von Ulrich Metzmacher

Rezension: Man Rays surreale Wirklichkeiten

Wer nicht ausschließlich einem dokumentarischen oder naturalistischen Ansatz folgt und beim Fotografieren auch frei Konstruiertes und Irreales einbezieht, kommt an Klassikern der surrealen Fotografie wie Herbert Bayer, Meret Oppenheim und vor allem Man Ray kaum vorbei. Darüber hinaus wird deutlich, wie stark deren Bildsprache in den medialen Ausdrucksformen der Gegenwart weiterhin spürbar ist.

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von Ulrich Metzmacher

Die Unheimlichkeit des Banalen

Die Ausstellung Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU im Berliner Martin-Gropius-Bau ist bis zum 19. November 2017 verlängert worden. In bedrückenden Schwarzweißfotografien wird den Opfern der von 2000 bis 2007 andauernden rechtsradikalen Mordserie gedacht, die in der Mitte der Gesellschaft stattfinden konnte, ohne dass man den Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten und auch nicht die politischen Hintergründe wahrnehmen wollte. Die Bilder Regina Schmekens weisen eine Möglichkeit auf, wie man sich einem solch ungeheuerlichen Thema mit einer zeitgemäßen und sachgerechten Dokumentarfotografie nähern kann.

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von Ulrich Metzmacher

Isa Genzken in Goslar

Kürzlich hat die Multikünstlerin Isa Genzken in der alten Kaiserstadt Goslar den renommierten Kaiserring verliehen bekommen. Nach der großen Ausstellung im New Yorker MoMA 2013/14 und der umfassenden Retrospektive im Berliner Martin-Gropius-Bau im Jahr 2016 gibt es zu diesem Anlass in Goslar zwar nur eine kleine Auswahl aus ihrem reichhaltigen Werk zu sehen, aber wir haben uns trotzdem gerne zu einem Besuch des Mönchehaus Museums auf den Weg gemacht. Und es hat sich durchaus gelohnt, wenn auch ein wenig anders als ursprünglich gedacht.

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von Ulrich Metzmacher

Oh, wie ist es am Rhein so schön!

Ein paar gemischte Gefühle verbleiben nach dem Besuch der Ausstellung Night and Day von Axel Hütte im Düsseldorfer Museum Kunstpalast schon. Einiges gefällt, wir kommen darauf zurück, anderes lässt uns ratlos, auch wenn wir den großen technischen Aufwand bei der Herstellung der Bilder durchaus zu würdigen wissen. Düsseldorfer Fotoschule eben. Aber Hütte will nicht wie die anderen aus der Becher-Klasse sein. Gursky, Ruff, Struth oder Candida Höfer mögen ihre eigenen Sachen machen. Hütte bleibt da lieber ein Romantiker, selbst um den Preis, dass seine Werke nicht den gleichen kommerziellen Hype auslösen wie die der Struffskys.

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von Ulrich Metzmacher

Die Kant-Garagen. Ein Stück Zeitgeschichte

In der Berliner Kantstraße befindet sich die älteste noch erhaltene Hochgarage Europas mit doppelter Wendeauffahrt. Erbaut in den Jahren 1929/1930, war sie bis in die jüngste Zeit vollständig im Betrieb. Nun soll sie umgewidmet und für andere Zwecke hergerichtet werden. Der Berliner Fotograf Klaus Wazlak hat die letzten Tage der ursprünglichen Kant-Garagen festgehalten. Ein Bildband zeigt einige ihrer architektonischen Facetten und dokumentiert impressionistisch die nun zu Ende gehende Epoche dieses bedeutsamen Bauwerkes.

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von Ulrich Metzmacher

Alec Soth - Storytelling in den Deichtorhallen

Von einer höchst empfehlenswerten Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen ist zu berichten, eigentlich sogar einer Doppelausstellung. Einmal ist der Fotograf Peter Bialobrzeski mit Die zweite Heimat vertreten und dann der herausragende Alec Soth mit Gathered Leaves. Die Deichtorhallen zeigen hiermit einmal mehr, dass sie zur ersten Adresse der auf Fotografie spezialisierten Ausstellungsorte gehören.

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von Ulrich Metzmacher

Faktenwahrheit und moralische Wahrheit

Der Fotograf und zeitweilige Präsident von Magnum, Stuart Franklin, hat in dem Buch The Documentary Impulse seine Erfahrungen mit der Reportagefotografie zusammengefasst. Es handelt sich aber um weit mehr als eine Erörterung ethischer und sozialer Aspekte des tageaktuellen Fotojournalismus, sondern das Buch beleuchtet darüber hinaus einige grundsätzliche Fragen des Verhältnisses von Wirklichkeit und ihrem fotografischen Abbild.

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von Ulrich Metzmacher

"Formalismus ist alles"

Bevor es in einem nächsten Blogbeitrag mit Nietzsche und der Fotografie weitergeht, soll aktuell von einer kürzlich eröffneten Ausstellung der amerikanischen Fotografin Jan Groover in Bremen berichtet werden. Die 1943 in New Jersey geborene Groover zählt zur ersten Generation der zeitgenössischen Fotografinnen und Fotografen, denen der Durchbruch in die etablierte Kunstszene gelang. Ein Titelbild im amerikanischen Magazin Artforum International im Jahr 1979 sowie eine große Einzelausstellung im New Yorker MoMA 1987 zeugen davon.

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von Ulrich Metzmacher

Documenta reloaded

Die aktuelle Documenta 14 gibt Anlass, noch einmal einen Blick auf die Vorgängerveranstaltungen zu werfen. Wann eigentlich begann man, die Fotografie als emanzipierten Bestandteil der zeitgenössischen Avantgardekunst zu akzeptieren und in die Kasseler Olympiade aufzunehmen? Die Vermutung liegt nicht fern, dass es die vierte Documenta im symbolischen Jahr 1968 der westeuropäischen Kulturrevolution gewesen sein könnte

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von Ulrich Metzmacher

Jenseits des urbanen Blicks

Einige Wandertage am anderen Ende der Republik, zunächst im Odenwald, dann am Feldberg im Schwarzwald, haben mich kürzlich für eine gesunde Zeit vom heimischen Schreibtisch und dem gewohnten Denkumfeld ferngehalten. Urlaub eben. Statt Metropolenkultur und großstädtischer Hektik von einem Tag auf den anderen Roggenfelder, blühende Wiesen, dunkle Wälder und idyllisch erscheinende kleine Städtchen. Schon nach kurzer Zeit, so die Erfahrung, verändert sich auch das fotografische Denken und man beginnt, sich auf das neue Umfeld einzustellen.

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