18. Oktober 2026

Zur Metamorphose der Engel

Neben fliegenden Engeln mit dem Fingerzeig nach oben ins göttliche Himmelreich gibt es in der Kunst auch jede Menge erdverbundener, molliger nackter Knaben mit lockigem Blondhaar. In der anstehenden Vorweihnachtszeit wird man ihnen wieder begegnen, wenn auch eher geschlechtlich neutralisiert, wie es die gegenwärtige Moral verlangt. Handelt es sich bei den Engeldarstellungen aber nun um Symbole oder Wunschvorstellungen oder gar die künstlerische Wiedergabe wahrgenommener Erscheinungen? So einfach ist eine Antwort nicht zu haben, denn wenn man die Sache genauer betrachtet, haben sich Engel über die Jahrhunderte mehrfach verwandelt. Andere Zeiten, andere Engel. Ein Gang durch die Museen zeigt dies. Nun könnte man fragen, was das alles überhaupt soll? Hat man jemals einen Engel eingefangen, angefasst oder haben irgendwelche etablierten Wissenschaften ihn in den Blick genommen? Wohl eher nicht. Aber Vorsicht, auch Begriffe wie Energie, Leidenschaft oder Intelligenz bezeichnen nichts Anfassbares. Gleichwohl benutzen wir sie wie selbstverständlich. Warum soll es dann nicht auch Engel geben?

Weiterlesen

Detail aus “Kruzifix mit vier Engeln” von Antonio Begarelli, etwa um 1535; Bode-Museum Berlin

Kürzlich gesehen

Letzte Blogbeiträge

Kürzlich gesehen

Essays

Moral - Subjektivität - Kunst - Film - Geschwätzigkeit - Psychologie - Zufall - Massengeschmack - Magie - Sprache - Individuum - Gesellschaft - Collage - Manipulation - Perspektive - Pixel - Wissenschaft - Objektivität - Sinn - Augenblick - Malerei - Skulptur - Piktoralismus - Bauhaus - Paradigmen - Serielles - Surrealismus - Wahrheit - Neues Sehen - Analoge Technik - Expressionismus - Paparazzi - Kornrauschen - Kultur - Digitale Technik - Wirklichkeit - Wahrnehmung - Quadratpixel - Raum - Philosophie - Fläche - Schärfe - Detail - Sehenlernen - Gestalten - Portrait - Soziologie - Künstliche Intelligenz - Konstruktivismus - Subjektive Fotografie - Fotogramm - Soziale Medien - Pragmatismus - Bildersturm - Renaissance

Gedanken zum fotografischen Bild

Trotz der Masse an Fotografien, die uns täglich begegnen, hält ein empathisches Interesse an dem in die Jahre gekommene Medium an. Das statische Bild bedient offenbar neben allen Flimmereien auf den Bildschirmen ein Bedürfnis nach dem Fixierten, in Ruhe Betrachtbaren. Sein Wahrheitsversprechen mag Täuschung sein, und dennoch wollen wir nicht auf den Blick verzichten. Auch die Kunstwelt hat dies längst erkannt.

Die insgesamt möglichen Perspektiven zur Charakterisierung der Fotografie lassen sich kaum aufzählen. Und auch eine theoretische Zusammenbindung ist nicht vorstellbar. Mehr als Plausibilitäten und der Versuch einer Annäherung an ihre Eigenheiten sind nicht zu erwarten. In den Essays wird die Thematik von verschiedenen Ausgangspunkten her umkreist. Mal wirkt die Fotografie wie ein geschwätziges Medium, mal wie elitäre Kunstbemühung. Alle Gedanken hierzu müssen fragmentarisch bleiben. Unter diesen Umständen mag sich jeder und jede selbst ein Bild machen, um im Jargon der Fotografie zu bleiben.

Zu den Essays

Baudrillard Rorty Husserl Gursky Aristoteles Barthes Novalis Cartier-Bresson Capa Sontag Reckwitz Niepcé Daguerre Renger-Patzsch Böll Avedon Hamilton Salgado Muybridge Moholy Eco Moholy-Nagy Lebeck Malewitsch Weston Franklin Riefenstahl Conrad Defoe Monet Foucault Talbot Mondrian Schwitters Mbembe de Botton Dürer Freud Adams Platon Bacon Nauman Kant Strand Rodin Hausmann Chamisso Nietzsche Sloterdijk Goethe Celan Simmel Neusüss Fechner Höch Benjamin Müller Jung Warhol Boccioni Beuys El Lissitzky Rodtschenko da Vinci Goldin Maier Leupold Duchamp Döblin Sherman Becher Banksy Picasso Luhmann Kuhn Popper Adorno Teller Tillmans Barnack Steichen Kertész Brassai Heine Lunenfeld Dali Breton Graeff Stieglitz Coburn Habermas Becher Sander Richter

Kürzlich gesehen