16. März 2026
Liebermann, Wilhelm II. und ein Kulturzensurminister
Das Potsdamer Museum Barberini erinnert mit der Ausstellung Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland an die Kunst um 1900. Kaiser Wilhelm II. war zu jener Zeit nicht gerade bekannt für eine Liebe zum Experimentellen. Vielmehr sah er sich als obersten Schirmherrn einer deutschen Kultur mit klaren Vorstellungen, was Kunst zu leisten habe. Sie solle erziehen, idealisieren und den Glanz der Staatsmacht widerspiegeln. Abweichendes sowie die Darstellung von Elend oder dem einfachen Alltag, wie es einige Secessionisten um Liebermann zeigten, galten nahezu als Verrat. Für Wilhelm II. war es Rinnsteinkunst und im Übrigen Ausdruck mangelnden handwerklichen Könnens. Er forderte angenehme Sujets und Akribie. Impressionistisches entsprach nicht dem Heroischen der klassischen Historienmalerei, ebenso wie Hässliches und vermeintlich Unfertiges mit überdeutlich erkennbaren Pinselstrichen. Liebermann konterte den kaiserlichen Geschmack trocken mit Sätzen wie Zeichnen ist Weglassen.
Collage unter Verwendung eines Gemäldes von Elisabeth Vilma Lwoff-Parlaghy
Kürzlich im März gesehen
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Essays
Moral - Subjektivität - Kunst - Film - Geschwätzigkeit - Psychologie - Zufall - Massengeschmack - Magie - Sprache - Individuum - Gesellschaft - Collage - Manipulation - Perspektive - Pixel - Wissenschaft - Objektivität - Sinn - Augenblick - Malerei - Skulptur - Piktoralismus - Bauhaus - Paradigmen - Serielles - Surrealismus - Wahrheit - Neues Sehen - Analoge Technik - Expressionismus - Paparazzi - Kornrauschen - Kultur - Digitale Technik - Wirklichkeit - Wahrnehmung - Quadratpixel - Raum - Philosophie - Fläche - Schärfe - Detail - Sehenlernen - Gestalten - Portrait - Soziologie - Künstliche Intelligenz - Konstruktivismus - Subjektive Fotografie - Fotogramm - Soziale Medien - Pragmatismus - Bildersturm - Renaissance
Gedanken zum fotografischen Bild
Trotz der Masse an Fotografien, die uns täglich begegnen, hält ein empathisches Interesse an dem in die Jahre gekommene Medium an. Das statische Bild bedient offenbar neben allen Flimmereien auf den Bildschirmen ein Bedürfnis nach dem Fixierten, in Ruhe Betrachtbaren. Sein Wahrheitsversprechen mag Täuschung sein, und dennoch wollen wir nicht auf den Blick verzichten. Auch die Kunstwelt hat dies längst erkannt.
Die insgesamt möglichen Perspektiven zur Charakterisierung der Fotografie lassen sich kaum aufzählen. Und auch eine theoretische Zusammenbindung ist nicht vorstellbar. Mehr als Plausibilitäten und der Versuch einer Annäherung an ihre Eigenheiten sind nicht zu erwarten. In den Essays wird die Thematik von verschiedenen Ausgangspunkten her umkreist. Mal wirkt die Fotografie wie ein geschwätziges Medium, mal wie elitäre Kunstbemühung. Alle Gedanken hierzu müssen fragmentarisch bleiben. Unter diesen Umständen mag sich jeder und jede selbst ein Bild machen, um im Jargon der Fotografie zu bleiben.
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