20. April 2026

Inzucht der Bildästhetik

KI-generierte Bilder werden zunehmend mit einem beeindruckenden Authentizitätsgrad präsentiert. Es fällt immer schwerer, sie als Fakes zu erkennen. Entsprechend nervös ist die Fotoszene. Nahezu alles lässt sich am Rechner erzeugen. Warum noch mit einer Kamera auf die Straße oder ins Studio gehen? Prognosen legen nahe, dass es in Zukunft einen nachlassenden Bedarf an professionellen Fotografen und Fotografinnen geben wird. Alle Branchen, die direkt oder indirekt mit der Kameratechnik verbunden sind, geraten unter Druck. Das klingt angesichts der rasanten KI-Entwicklung plausibel. Gleichwohl sind Zweifel erlaubt. Einiges spricht dafür, dass es auch weiterhin ein Bedürfnis nach dokumentarischen Bildern geben wird. Die Spanne reicht von der seriösen Reportage bis zur Überwachungskamera oder der medizinischen Diagnostik. Von den massenhaften Bildchen für die Sozialen Medien ganz zu schweigen, selbst wenn hier zunehmend geschummelt und phantasievoll geschönt wird. Spinnen wir den Gedanken einer Welt ohne Fotografien dennoch einmal weiter. Zwei Folgen wären erkennbar.

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Gedanken zum fotografischen Bild

Trotz der Masse an Fotografien, die uns täglich begegnen, hält ein empathisches Interesse an dem in die Jahre gekommene Medium an. Das statische Bild bedient offenbar neben allen Flimmereien auf den Bildschirmen ein Bedürfnis nach dem Fixierten, in Ruhe Betrachtbaren. Sein Wahrheitsversprechen mag Täuschung sein, und dennoch wollen wir nicht auf den Blick verzichten. Auch die Kunstwelt hat dies längst erkannt.

Die insgesamt möglichen Perspektiven zur Charakterisierung der Fotografie lassen sich kaum aufzählen. Und auch eine theoretische Zusammenbindung ist nicht vorstellbar. Mehr als Plausibilitäten und der Versuch einer Annäherung an ihre Eigenheiten sind nicht zu erwarten. In den Essays wird die Thematik von verschiedenen Ausgangspunkten her umkreist. Mal wirkt die Fotografie wie ein geschwätziges Medium, mal wie elitäre Kunstbemühung. Alle Gedanken hierzu müssen fragmentarisch bleiben. Unter diesen Umständen mag sich jeder und jede selbst ein Bild machen, um im Jargon der Fotografie zu bleiben.

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