23. März 2026

Das Übel des Perfektionismus

Das 1993 erschienene Buch Art & Fear von David Bayles und Ted Orland ist so etwas wie ein Ratgeber für alle, die sich schwertun, ein begonnenes Gemälde oder Manuskript fertigzustellen, und sich stattdessen mit lähmenden Zweifeln herumplagen. Die Gedanken lassen sich auf jede Kunst übertragen, auch auf die Fotografie. Es geht dabei nicht um Ästhetik oder Technik, sondern um eine Analyse der Hürden, die ein produktives Arbeiten und die Zufriedenheit mit dem eigenen Werk behindern. Bayles und Orland machen sich auf die Suche nach den Gründen und räumen mit Mythen und falschen Vorstellungen auf.

Jedes Kunstschaffen ist eine unsichere und einsame Angelegenheit, so ihre Ausgangsthese. Aber vor allem ist es ein Kampf mit sich selbst. Man/frau fürchtet, dass ein Werk nicht der gedachten Vision entspricht. Das Buch räumt auch auf mit dem Mythos, dass Kunst durch Geniehaftes entsteht. Sie ist vor allem Arbeit! Wer auf die Muse wartet, wartet oft ewig. Darüber hinaus hindert das Streben nach Perfektion. Nicht selten führt es zur Lähmung. Perfektion durch Kontinuität zu ersetzen, wäre da sinnvoller. Die Geschichten von einer spontanen Eingebung sind meist nette Lügen.

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Gedanken zum fotografischen Bild

Trotz der Masse an Fotografien, die uns täglich begegnen, hält ein empathisches Interesse an dem in die Jahre gekommene Medium an. Das statische Bild bedient offenbar neben allen Flimmereien auf den Bildschirmen ein Bedürfnis nach dem Fixierten, in Ruhe Betrachtbaren. Sein Wahrheitsversprechen mag Täuschung sein, und dennoch wollen wir nicht auf den Blick verzichten. Auch die Kunstwelt hat dies längst erkannt.

Die insgesamt möglichen Perspektiven zur Charakterisierung der Fotografie lassen sich kaum aufzählen. Und auch eine theoretische Zusammenbindung ist nicht vorstellbar. Mehr als Plausibilitäten und der Versuch einer Annäherung an ihre Eigenheiten sind nicht zu erwarten. In den Essays wird die Thematik von verschiedenen Ausgangspunkten her umkreist. Mal wirkt die Fotografie wie ein geschwätziges Medium, mal wie elitäre Kunstbemühung. Alle Gedanken hierzu müssen fragmentarisch bleiben. Unter diesen Umständen mag sich jeder und jede selbst ein Bild machen, um im Jargon der Fotografie zu bleiben.

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