von Ulrich Metzmacher

Fotografie nach der Postmoderne

Der in Norwegen geborene, heute überwiegend in Los Angeles lebende Torbjørn Rødland gilt als einer der interessantesten Gegenwartsfotografen. Das C/O Berlin widmet ihm zur Zeit eine höchst sehenswerte Ausstellung. Gezeigt werden Werke, die Rätsel aufgeben und potentielle Geschichten erzählen. Rødland offeriert diese als Angebote, über deren Sinngehalt der Betrachter frei entscheiden kann. Dazu bedarf es jedoch im Vergleich zur Masse der uns im Alltag umgebenden Bilder, die eher leicht zu decodieren sind, der Anstrengung eines zweiten Blicks.

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von Ulrich Metzmacher

Fake Image or Not?

Im Oktober des vergangenen Jahres machte die Mitteilung eines großen Herstellers von Grafikprozessoren Schlagzeilen, in der neue Möglichkeiten zur softwarebasierten Schaffung realistischer, jedoch ausschließlich vom Computer generierter Bilder, insbesondere Portraits, beschrieben wurden. Die New York Times hat den Stand der Dinge kürzlich noch einmal zusammengefasst. Danach sieht es so aus, dass wir künftig zunehmend mit überzeugenden Darstellungen von Menschen, aber auch von unbelebten Objekten konfrontiert werden, die nicht mehr wirklichkeitsaffines Abbild sind, sondern von Maschinen mit künstlicher Intelligenz generiert wurden.

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von Ulrich Metzmacher

Nahe beim Menschen

Seit dem Aufkommen handlicher, schneller Kleinbildkameras in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat die Straßenfotografie einen stetigen Aufschwung genommen und bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. In einem Interview beschreibt der Berliner Straßenfotograf Sebastian Jacobitz, welchen Weg er für sich gefunden hat und wie er die Zukunft dieses Genres einschätzt.

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von Ulrich Metzmacher

Rezension: Edward Westons kompromisslose Fotografie

Einer der stilprägenden Wegbereiter der modernen Fotografie des Zwanzigsten Jahrhunderts war Edward Weston. Seine Arbeiten entsprangen, wie Ansel Adams es einmal nannte, einer tiefen Intuition, die den Kräften des Abgebildeten außerhalb des Faktischen nachspürt und sie in eine bildliche Symbolsprache übersetzt. Viele von Westons Fotografien wirken vielleicht gerade deshalb so zeitlos. Jenseits aller Überlegungen zu den klassischen Gestaltungsregeln vermitteln die Formen und Flächenproportionen seiner Bilder eine unmittelbare Evidenz, der man sich kaum entziehen kann.

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von Ulrich Metzmacher

Fotografie in der dritten Dimension

Muss es das Schicksal der Fotografie sein, im Augenblick ihres Entstehens eine der drei Wirklichkeitsdimensionen zu verlieren und zu einer reinen Fläche zu werden? Nein, der Wiener Fotograf Dieter Bornemann zeigt, dass es auch anders geht. Seine Skulpturalen Fotografien erobern den Raum zurück und spielen auf reizvolle Weise mit unserer Vorstellung von Realität. Wie wirklich ist die Wirklichkeit wirklich? Dieter Bornemann beschreibt in einem Gespräch seinen Weg der Annäherung an diese alte Menschheitsfrage.

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von Ulrich Metzmacher

Strandgut

Etwa seit Mitte der siebziger Jahre hat die Publikation von Büchern zum Thema Fotografie beständig zugenommen. Dies korrespondiert mit der Akzeptanz der Fotografie als Kunstform. Sowohl die Zahl an Ausstellungen mit entsprechenden Begleitkatalogen wie auch Monografien und Texte zu Geschichte und Theorie der Fotografie haben ein zuvor nie bekanntes Ausmaß erreicht. Dies eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, sich mit dem Thema Fotografie zu befassen und auf diese Weise aus den Arbeiten anderer zu lernen.

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von Ulrich Metzmacher

Die vernachlässigte Brennweite

Vor Antritt des letzten New York Besuchs fiel die Entscheidung, diesmal ausschließlich mit einem 50 mm Normalobjektiv (bezogen auf Kleinbild) zu fotografieren. Alle anderen Objektive blieben zu Hause. Die Beschränkung erfolgte nicht aus Gewichtsgründen, sondern aufgrund einer gewollten Konzentration auf das spezifische Gestaltungspotential des Normalobjektivs.

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von Ulrich Metzmacher

Reich, berühmt, geliftet

Wer schon immer der Auffassung war, dass das reiche Amerika hier und dort eine recht dekadente Angelegenheit ist, kommt bei dieser Ausstellung im International Center of Photography in New York voll auf seine Kosten. Gezeigt werden unter dem Titel Generation Wealth Fotografien von Lauren Greenfield, die zuvor bereits in Los Angeles zu sehen waren. Greenfield hat über den Zeitraum von 25 Jahren die Reichen und Schönen des Landes fotografiert und so eine einmalige Dokumentation geschaffen, die am Ende aber nicht nur etwas über die zahlenmäßig kleine Klasse der Happy Few aussagt, sondern auch viel über die Wünsche und Hoffnungen von Menschen aller Schichten einer auf Wirkung bedachten Konsum- und Leistungsgesellschaft.

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von Ulrich Metzmacher

New York symmetrisch

In New York bin ich auf Bilder von Edi Chen gestoßen, die als Beispiel für das im letzten Blogbeitrag erörterte konzeptuelle Fotografieren angesehen werden können. Vor etwa zwei Jahren hatte Chen beschlossen, an 366 aufeinander folgenden Tagen jeweils Aufnahmen New Yorks anzufertigen, die als Gemeinsamkeit etwas Symmetrisches aufweisen. Das Konzept beinhaltete somit einerseits die Selbstverpflichtung zum täglichen Foto wie andererseits das bildliche Symmetriegebot.

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von Ulrich Metzmacher

Von Blow Up bis zum Weinstein-Syndrom

Das Swinging London der Sechziger Jahre mit Carneby Street, Minirock und Hippiemusik diente als Kulisse für Michelangelo Antonionis Blow Up, Gewinner des Filmpreises 1966 in Cannes. Erzählt wird die mysteriös bleibende Geschichte eines Fotografen, der Zeuge eines vermeintlichen Mordes wird. Allerlei Krimihaftes, ein Konzert der Yardbirds mit Jeff Beck und Jimmy Page sowie eine kornverrauschte Fotografie bilden Eckpunkte des Plots.

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