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Das Löschen unerheblich erscheinender Bilddateien ist im Prinzip keine schlechte Entscheidung. Selbst wenn eine Aufnahme einmal zu flink in den Papierkorb gewandert sein sollte, na und? Aus dem Auge, aus dem Sinn. Das ist weniger dramatisch als die Gefahr, langsam, aber unvermeidlich, von abertausenden überflüssigen Bildern zugemüllt zu werden, die unsere Festplatte und die eigene Aufnahmefähigkeit an Kapazitätsgrenzen führen. Soweit das Fazit eines früheren Blogbeitrags. Man kann das aber auch anders sehen.

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Im vergangenen Jahr ging es bei fotosinn in mehreren Artikeln um die Sieben Todsünden. Es handelte sich um sozialphänomenologisch orientierte, nicht jedoch um theologische Beiträge. Dennoch gab es zahlreiche Anmerkungen von Leserinnen und Lesern, die an genau dieser Unterscheidung ansetzten. Deshalb wird in der neuen fotosinn-Rubrik Projekte eine überarbeitete Version angeboten. Mit der aktuellen Corona-Krise hat das Ganze im Übrigen nichts zu tun, soviel vorweg. Hier geht es zum Beitrag.

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Wer nicht die Gelegenheit hatte, im Jahr 2014 die große Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen, kann dies nun nachholen und die Werkschau Ute Mahler & Werner Mahler in der Kunsthalle Rostock besuchen. Man bekommt eine großartige Sicht auf die Vielfalt einer nur auf den ersten Blick dokumentarisch wirkenden Fotografie geboten, die bei genauerem Hinschauen ein starkes subjektives Moment beinhaltet.

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Das nennt man fröhlichen Optimismus: Brachland. Zaun. Plattenbau. Und dazu gute Laune. Da der Reißverschluss des Wandbildes einiges offenlässt, wird die Idee der Brustwarzen, egal ob männlich oder weiblich, durch eine Kindersonne und eine Kuh markiert. Oder, wenn der Blick ein wenig tiefer rutscht, durch eine Leitersteigerin sowie einen etwas bemühten Seilartisten. Aber geht der Reißverschluss nun hoch oder runter? Und was bedeutet der Luftballon mit der Aufschrift iNKE? Man darf phantasieren und sich ein großes L am Anfang hinzudenken.

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Nicht allzu häufig geschieht es, dass sich Künstler schon zu Lebzeiten um die eigene Verewigung in Gestalt eines Museumsneubaus bemühen. Man mag das für Eitelkeit halten, es gibt dafür aber auch rationale Gründe. Das Eisen will schließlich geschmiedet werden, solange es noch heiß ist. Oder, mit einer anderen schrägen Metapher: Gerät ein Stern erst einmal in den Sinkflug, ist es vorbei mit dem öffentlichen Wohlwollen und dem der politischen Entscheider und Entscheiderinnen. Da muss vorausschauend gehandelt werden.

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In den letzten Tagen des Jahres steigt die Neigung, Bilanz zu ziehen und daraus für das bevorstehende Jahr neue Ziele und Vorhaben abzuleiten. Auf die eine oder andere Weise nehmen wir uns dann vor, einiges besser oder zumindest anders zu machen. Auch wenn die Erfahrung lehrt, dass die nachhaltige Umsetzung oftmals nicht wirklich gelingt, erscheint es einen Versuch wert. Wir müssen ja nicht gleich ein anderer Mensch werden wollen. Es genügt schon, sich fotografisch weiter zu entwickeln.

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… jedenfalls hinsichtlich der Fotografie. Das Jahr des hundertjährigen Bauhaus-Jubiläums neigt sich dem Ende zu und wir haben eine Menge gesehen und gelernt. Da gibt es die großen Ausstellungen in der Berlinischen Galerie und in den Bauhaus Museen Dessau und Weimar, daneben Begleitendes wie etwa im Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale mit der Ausstellung Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK sowie im Kunstmuseum Magdeburg und im Museum Ludwig in Köln.

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Sie gilt heute als erste professionelle Bauhaus-Fotografin. Lange Zeit hatte man dies nicht erkannt und das Begriffspaar Bauhaus und Fotografie in erster Linie mit ihrem damaligen Ehemann László Moholy-Nagy assoziiert. Dabei war es Lucia Moholy, die viele der uns heute vertrauten Aufnahmen von Produkten mit dem klassischen Design und der Dessauer Bauhaus-Architektur schuf. Gropius war sich ihrer Bedeutung für die Vermarktung und das Image der Schule jedenfalls bewusst.

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Bei Diskussionen über das nun beschlossene neue Museum der Moderne in Berlin werden einige grundsätzliche Positionen bezüglich der Präsentation von Kunst erkennbar. Die Frage der Baukosten soll dabei gar nicht im Vordergrund stehen. Obwohl die Vermutung besteht, die Entscheidungsträger könnten mit solchen Bauten am Ast der eigenen politischen Legitimation sägen, dann nämlich, wenn sich Unmut über diese Form des Einsatzes öffentlicher Mittel breitmachen sollte.

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Das Bauhaus Museum in Weimar hat seit der Eröffnung im April eine Reihe unterschiedlicher Reaktionen ausgelöst. Folgt man den Kritikern, steht man entweder vor einem machtversessenen Klotz, einem minimalistischen Monolithen oder einer idealen Hülle. Zu diskutieren wäre dann noch das Verhältnis des neuen Bauwerks zu seinen Nachbarn sowie der Inhalt selbst, die Ausstellung zu den Bauhausjahren 1919 bis 1925.