von Ulrich Metzmacher

Flirt mit der Analogen

Seit einigen Wochen wird an dieser Stelle über die Erfahrungen mit dem Wiedereinstieg in die analoge Fotografie berichtet. Zunächst ging es mit Hilfe des Scanners um die Sichtung und dann anschließend um die Neubearbeitung alter Negative aus dem Archiv, was teilweise zu überraschend positiven Ergebnissen führte. Aber es gab auch eine große Menge qualitativ schwacher Vorlagen, wenn man diese mit heutigen digitalen Aufnahmen vergleicht. Dennoch brachte das Ganze eine so starke Faszination mit sich, dass schließlich für einen Selbstversuch einige neue SW-Negativfilme angeschafft wurden.

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von Ulrich Metzmacher

Stephen Shores visuelle Grammatik

Es gibt Bücher, die liest man im Laufe der Zeit ein zweites Mal oder nimmt sie sogar mehrfach aus dem Regal, um immer wieder Neues zu entdecken. Zu diesen Büchern gehört Das Wesen der Fotografie von Stephen Shore. Die Anziehungskraft lässt sich nicht, wie bei einem voluminösen Nachschlagewerk, durch den Umfang erklären. Der Text ist eher knapp gehalten. Vielmehr ist es die dichte Klugheit, die fasziniert und sich beim wiederholten Lesen immer mehr erschließt.

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von Ulrich Metzmacher

Fotografie nach der Postmoderne

Der in Norwegen geborene, heute überwiegend in Los Angeles lebende Torbjørn Rødland gilt als einer der interessantesten Gegenwartsfotografen. Das C/O Berlin widmet ihm zur Zeit eine höchst sehenswerte Ausstellung. Gezeigt werden Werke, die Rätsel aufgeben und potentielle Geschichten erzählen. Rødland offeriert diese als Angebote, über deren Sinngehalt der Betrachter frei entscheiden kann. Dazu bedarf es jedoch im Vergleich zur Masse der uns im Alltag umgebenden Bilder, die eher leicht zu decodieren sind, der Anstrengung eines zweiten Blicks.

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von Ulrich Metzmacher

Erinnerung an die Zukunft

Seit vielen Jahren vergeht für mich kaum ein Spaziergang an den Küsten Fehmarns oder Rügens ohne Suche nach Versteinerungen oder anderen Schätzen aus dem Meer. Insbesondere Donnerkeile sind häufige Fundstücke, mit denen sich zu Hause nach und nach ein großes Glasgefäß bis zum Rand gefüllt hat. Die archaische Ausstrahlung dieser Relikte aus der Urzeit reizte schließlich den fotografischen Blick und rief nach würdigen Portraits. Entstanden ist so eine Reihe von Fotografien in einer eisernen Umgebung, die den Fundstücken Raum zur Entfaltung gibt.

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von Ulrich Metzmacher

Fake Image or Not?

Im Oktober des vergangenen Jahres machte die Mitteilung eines großen Herstellers von Grafikprozessoren Schlagzeilen, in der neue Möglichkeiten zur softwarebasierten Schaffung realistischer, jedoch ausschließlich vom Computer generierter Bilder, insbesondere Portraits, beschrieben wurden. Die New York Times hat den Stand der Dinge kürzlich noch einmal zusammengefasst. Danach sieht es so aus, dass wir künftig zunehmend mit überzeugenden Darstellungen von Menschen, aber auch von unbelebten Objekten konfrontiert werden, die nicht mehr wirklichkeitsaffines Abbild sind, sondern von Maschinen mit künstlicher Intelligenz generiert wurden.

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von Ulrich Metzmacher

Nahe beim Menschen

Seit dem Aufkommen handlicher, schneller Kleinbildkameras in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat die Straßenfotografie einen stetigen Aufschwung genommen und bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. In einem Interview beschreibt der Berliner Straßenfotograf Sebastian Jacobitz, welchen Weg er für sich gefunden hat und wie er die Zukunft dieses Genres einschätzt.

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von Ulrich Metzmacher

Rezension: Edward Westons kompromisslose Fotografie

Einer der stilprägenden Wegbereiter der modernen Fotografie des Zwanzigsten Jahrhunderts war Edward Weston. Seine Arbeiten entsprangen, wie Ansel Adams es einmal nannte, einer tiefen Intuition, die den Kräften des Abgebildeten außerhalb des Faktischen nachspürt und sie in eine bildliche Symbolsprache übersetzt. Viele von Westons Fotografien wirken vielleicht gerade deshalb so zeitlos. Jenseits aller Überlegungen zu den klassischen Gestaltungsregeln vermitteln die Formen und Flächenproportionen seiner Bilder eine unmittelbare Evidenz, der man sich kaum entziehen kann.

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von Ulrich Metzmacher

Fotografie in der dritten Dimension

Muss es das Schicksal der Fotografie sein, im Augenblick ihres Entstehens eine der drei Wirklichkeitsdimensionen zu verlieren und zu einer reinen Fläche zu werden? Nein, der Wiener Fotograf Dieter Bornemann zeigt, dass es auch anders geht. Seine Skulpturalen Fotografien erobern den Raum zurück und spielen auf reizvolle Weise mit unserer Vorstellung von Realität. Wie wirklich ist die Wirklichkeit wirklich? Dieter Bornemann beschreibt in einem Gespräch seinen Weg der Annäherung an diese alte Menschheitsfrage.

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von Ulrich Metzmacher

Veränderung und Identität

Die Fotografie verweist paradoxerweise durch ihre Statik auf die Eigenheit alles Wirklichen, in ständiger Bewegung zu sein. Die Veränderung kann in extremer Langsamkeit stattfinden, so wie das Faulen des Apfels oder das Rosten des Eisengitters. In beiden Fällen handelt es sich um prinzipiell stetige Vorgänge mit permanenten Veränderungen, und die statische Wahrnehmung des Apfels oder des Gitters ist bei radikaler Betrachtung eine Fiktion.

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von Ulrich Metzmacher

Strandgut

Etwa seit Mitte der siebziger Jahre hat die Publikation von Büchern zum Thema Fotografie beständig zugenommen. Dies korrespondiert mit der Akzeptanz der Fotografie als Kunstform. Sowohl die Zahl an Ausstellungen mit entsprechenden Begleitkatalogen wie auch Monografien und Texte zu Geschichte und Theorie der Fotografie haben ein zuvor nie bekanntes Ausmaß erreicht. Dies eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, sich mit dem Thema Fotografie zu befassen und auf diese Weise aus den Arbeiten anderer zu lernen.

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