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Die Hauptstadt des Bundesstaates Georgia macht es einem nicht leicht. Als Ausgangspunkt einer Reise durch den Süden und den Osten der USA verkörpert sie ein anderes Amerika, als man es im vertrauten, polyglotten New York erlebt. Durchschnitten von Highways, sind, abgesehen vom direkten Stadtzentrum, kaum Fußgänger unterwegs. Man fährt hier lieber. Weltzentrale von Coca-Cola, Sitz von CNN, Zentrum einer wirtschaftsstarken Region mit einer Bevölkerung, von der dennoch ein Viertel unter der Armutsgrenze lebt, dazu ein Umsteigeflughafen mit gigantischen Ausmaßen.

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Wie sind sie mir doch sympathisch, die selbstbewussten Möwen vom Tiber und dem nahen Mittelmeer. Angenehmer als die Tauben, die überall herumhocken oder dumpf vor sich hintrippeln. Ihre Verwandten, die Möwen, sind vorsichtiger, dabei räuberischer und fordernd. Vor der Kulisse des Vatikans bilden sie einen ehrlichen Kontrast zu den diebischen Elstern, die doch sehr den Purpurgewandeten der Piazza San Pietro ähneln. Diese plündern und horten, was sie bekommen können. Die Möwe hingegen rafft nichts zusammen. Sie jagt und frisst.

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In den Deichtorhallen und im Bucerius Kunst Forum werden gegenwärtig zwei Fotoausstellungen geboten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einmal ist da Michael Wolf mit Life in Cities und schon seit längerer Zeit zu sehen, jedoch nur noch bis Anfang 2019, Anton Corbijn mit THE LIVING AND THE DEAD. Auf dem Weg von der einen zur anderen Location durchquert man im Übrigen den Weihnachtsmarkt, auch das ein interessanter Effekt.

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Die Besinnung auf die bildmäßig ausgerichtete Fotografie ist ein wiederkehrendes Thema der vergangenen Jahre. Nostalgie ist dabei jedoch meist nicht angesagt. Eher geht es um Fragen einer handwerklich und künstlerisch ambitionierten Umsetzung ästhetischer Prinzipien und deren Abgrenzung zum fotografischen Massengeschehen. Daneben spielt der Diskurs zum Wesen und zum Stellenwert des fotografischen Bildes nach allen postmodernen Irrungen und Wirrungen eine Rolle, der man kaum ausweichen kann. Fotoausstellungen spiegeln häufig beide Aspekte wider.

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Vielleicht liegt es am eigenen Alter, dass mich die hier gezeigten Fotografien so überzeugt haben. Vielleicht ist es aber auch mehr als das. Die Erfurter Kunsthalle hat es jedenfalls vollbracht, nicht nur eine herausragende Schau westdeutscher Fotografie von 1945 bis 2000 zu präsentieren, sondern sie hat damit auch einen Querschnitt modernen fotografischen Denkens gezeigt. Dass die digitale Fotografie dabei außen vor bleibt, trägt zum Niveau der Ausstellung bei. Die Konzentration liegt auf dem Analogen und Schwarzweißen als Höhepunkt der klassischen Fotografie.

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Anlässlich der jährlichen Verleihung des Kaiserrings darf sich die Stadt Goslar einer regelmäßigen medialen Aufmerksamkeit erfreuen. Alle bislang Ausgewählte haben in der zeitgenössischen Kunst Rang und Namen. Nachdem im vergangenen Jahr Isa Genzken den Preis erhalten hat, ist die Wahl der Goslarer Jury nun auf Wolfgang Tillmans gefallen, dessen Werkauswahl auf mehreren Etagen des kleinen Mönchehaus Museums gezeigt wird. Mit Matt Copson wurde darüber hinaus ein Stipendiat gekürt, dessen cartoonistisch anmutenden, dabei jedoch tiefgründige Videoarbeiten zwei weitere Räume füllen.

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Inzwischen zählt Niagara zu den Klassikern zeitgenössischer Fotobücher und wurde gerade vom Verlag neu aufgelegt. Das British Journal of Photography nahm dies zum Anlass für den Abdruck eines Artikels aus dem Jahr 2006, als das Buch erstmals vorgestellt wurde. Ergänzt wird der Beitrag durch Fotografien aus Niagara. Alec Soth, Mitglied der Agentur Magnum, verbindet gekonnt Dokumentarisches und Erzählerisches zu einer Mischung, die nachhaltig in Erinnerung bleibt.

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Wer in der nächsten Zeit Gelegenheit hat, das Museum der bildenden Künste in Leipzig zu besuchen, sollte sich nicht nur die Fotografien von August Sander ansehen, wie kürzlich an dieser Stelle empfohlen, sondern unbedingt auch einige der übrigen Ausstellungsabteilungen. Neben Arno Rink und Gil Schlesinger, die neben anderen einen besonderen Eindruck hinterlassen haben, wird anhand einer raumfüllenden Installation mit Werken Klaus Hähner-Springmühls gezeigt, wie sich im Schatten des repressiven und ultrakonservativen Kultursystems der DDR eine avantgardistische Alternative entwickelt hatte, die den Mächtigen im höchsten Maße suspekt war.

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Das Angebot an Literatur zur Theorie der Fotografie und ihrer künstlerischen Bedeutung hat in den vergangenen Jahrzehnten beständig zugenommen. Da den Überblick zu behalten, fällt schwer. Das Magazin LensCulture hat kürzlich eine Liste von sechs Büchern vorgestellt, die von zahlreichen Rezensenten immer wieder empfohlen worden sind. Auch wenn die Gültigkeit einer solchen Zusammenstellung nicht überbewertet werden sollte, da Buchempfehlungen immer etwas Subjektives anhaftet, erscheint die Auswahl nachvollziehbar.

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Das Medium Fotobuch fordert die Aufmerksamkeit des Betrachters in besonderer Weise. Da werden Geschichten erzählt, die sich mitunter erst erschließen, wenn nach und nach die visuellen Botschaften erkennbar sind und deren Gesamtheit einen Sinn ergibt. Manchmal bietet ein begleitender Text hilfreiche Dienste, manchmal aber auch nicht. Dann wirken die Bilder eher subkutan, als dass sie sich unmittelbar kognitiv ordnen lassen.