Zeitreise dritter Teil

Veröffentlicht am:

Die Sichtung des eigenen analogen Bildarchivs führt nun in das Jahr 1979, mitten in das alte West-Berlin. Damals ahnte noch niemand, dass die allgegenwärtige Mauer nur noch zehn Jahre Bestand haben würde. Zwangsläufig hatte man sich mit den vorhandenen Umständen arrangiert und lebte, so gut es eben ging, seinen Alltag in der Stadt mit den großen Freiheiten. Die Durchsicht der alten Negative hat viel Privates und Belangloses zum Vorschein gebracht, aber auch Aufnahmen, die etwas von dem besonderen sozialen Biotop jener Zeit ahnen lassen.

Weiterlesen …

Über die vielleicht etwas voreilige Aufgabe des Privaten

Veröffentlicht am:

Solange es menschliche Gesellschaften gibt, existiert ein Spannungsverhältnis zwischen den kollektiven Anforderungen an den Einzelnen und dessen selbstbestimmten Behauptungen gegenüber seinem sozialen Umfeld. Individuum und Gesellschaft bilden gleichwohl zwei Pole, die nicht voneinander zu trennen sind. Ohne soziale Einbindung ist keine individuelle Entwicklung denkbar, aber eine Gesellschaft ohne Individuen ebenso wenig. Der freie Einzelne ist nur vergesellschaftet vorstellbar. Dies ist kein Widerspruch.

Weiterlesen …

Visuelle Trends 2018

Veröffentlicht am:

Kürzlich wurde von der Bildagentur Getty Images der aktuelle Trend Report für 2018 vorgestellt. Wie auch in den vergangenen Jahren stellt er die von einer Expertengruppe identifizierten charakteristischen Merkmale der für die nächste Zeit erwarteten Bildsprache in Marketing und Alltagskultur vor. Im Blogbeitrag vom 30. Januar wurden die fünf von Getty Images für das vergangene Jahr beschriebenen Trends noch einmal zusammengefasst. Für 2018 konzentriert sich der Report auf drei Aussagen.

Weiterlesen …

Von der Erleichterung des Lebens

Veröffentlicht am:

Ein Hauptmittel, um sich das Leben zu erleichtern, ist das Idealisieren aller Vorgänge desselben; man soll sich aber aus der Malerei recht deutlich machen, was Idealisieren heißt. Der Maler verlangt, dass der Zuschauer nicht zu genau, zu scharf zusehe, er zwingt ihn in eine gewisse Ferne zurück, damit er von dort aus betrachte; er ist genötigt, eine ganz bestimmte Entfernung des Betrachters vom Bild vorauszusetzen; ja er muss sogar ein ebenso bestimmtes Maß von Schärfe des Auges bei seinem Betrachter annehmen; …

Weiterlesen …

Flirt mit der Analogen

Veröffentlicht am:

Seit einigen Wochen wird an dieser Stelle über die Erfahrungen mit dem Wiedereinstieg in die analoge Fotografie berichtet. Zunächst ging es mit Hilfe des Scanners um die Sichtung und dann anschließend um die Neubearbeitung alter Negative aus dem Archiv, was teilweise zu überraschend positiven Ergebnissen führte. Aber es gab auch eine große Menge qualitativ schwacher Vorlagen, wenn man diese mit heutigen digitalen Aufnahmen vergleicht. Dennoch brachte das Ganze eine so starke Faszination mit sich, dass schließlich für einen Selbstversuch einige neue SW-Negativfilme angeschafft wurden.

Weiterlesen …

Zeitreise zweiter Teil

Veröffentlicht am:

In der vergangenen Woche wurde an dieser Stelle eine kleine Reise in die fünfziger Jahre unternommen. Heute machen wir einen Sprung in das Jahr 1970. Diesmal geht es nicht um Negative aus dem Familiennachlass, die digitalisiert und neu bearbeitet wurden, sondern um die ersten in der Jobo-Trommel selbst entwickelten Filme, die jetzt mit Hilfe des Scanners aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt wurden. Eines schon vorweg. Ihre Qualität wirkt im Vergleich zu denen aus den Fünfzigern reichlich bescheiden. Nun ja, es waren eben die ersten eigenen Versuche.

Weiterlesen …

Der jährliche Blick in die Glaskugel

Veröffentlicht am:

Der Visual Trend Report von Getty Images liefert regelmäßig eine Prognose, welche aktuellen Trends die Bildsprache, das Design und die Werbung der nächsten Zeit beeinflussen und prägen werden. Demnächst ist es wieder soweit. In der kommenden Woche wird in Hamburg der Trendreport 2018 vorgestellt. Dies gibt Anlass, noch einmal die Voraussagen für das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Nachher ist man ja bekanntlich immer klüger als zuvor.

Weiterlesen …

Eine Zeitreise in die Fünfziger

Veröffentlicht am:

Das Scannen und Bearbeiten alter Negative hat einen besonderen Reiz. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um bisher unbekannte Aufnahmen aus den fünfziger Jahren handelt. Im vorliegenden Fall waren es etwa zwanzig geerbte Negativtaschen mit schwarzweißen Kleinbildfilmen, die ich in den letzten Wochen nach und nach gesichtet habe. Das Ganze glich einer Entdeckungstour in die Vergangenheit sowohl der eigenen Familie wie der Zeitgeschichte.

Weiterlesen …

Stephen Shores visuelle Grammatik

Veröffentlicht am:

Es gibt Bücher, die liest man im Laufe der Zeit ein zweites Mal oder nimmt sie sogar mehrfach aus dem Regal, um immer wieder Neues zu entdecken. Zu diesen Büchern gehört Das Wesen der Fotografie von Stephen Shore. Die Anziehungskraft lässt sich nicht, wie bei einem voluminösen Nachschlagewerk, durch den Umfang erklären. Der Text ist eher knapp gehalten. Vielmehr ist es die dichte Klugheit, die fasziniert und sich beim wiederholten Lesen immer mehr erschließt.

Weiterlesen …

Fotografie nach der Postmoderne

Veröffentlicht am:

Der in Norwegen geborene, heute überwiegend in Los Angeles lebende Torbjørn Rødland gilt als einer der interessantesten Gegenwartsfotografen. Das C/O Berlin widmet ihm zur Zeit eine höchst sehenswerte Ausstellung. Gezeigt werden Werke, die Rätsel aufgeben und potentielle Geschichten erzählen. Rødland offeriert diese als Angebote, über deren Sinngehalt der Betrachter frei entscheiden kann. Dazu bedarf es jedoch im Vergleich zur Masse der uns im Alltag umgebenden Bilder, die eher leicht zu decodieren sind, der Anstrengung eines zweiten Blicks.

Weiterlesen …