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Das Stöbern nach vergriffener fotografischer Literatur und nicht mehr lieferbaren Bildbänden, die man in Antiquariaten, auf Flohmärkten, gelegentlich auch in Museumsbuchhandlungen findet, hat seinen besonderen Reiz. Da gibt es viel Interessantes zu entdecken, oftmals für kleines Geld. Die Umschlagzeit im Buchhandel ist heutzutage so kurz, dass viele Werke schon relativ kurz nach ihrem Erscheinen wieder aus den Verlagsprogrammen genommen werden. Insbesondere gilt dies für Publikationen, die anlässlich von Ausstellungen veröffentlicht worden sind.

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Der Nachbau des Berliner Stadtschlosses nimmt langsam seine endgültigen Formen an. Der Kubus ist platziert und die Fassadenimitationen werden nach und nach angeklebt. Die Politik gibt sich, wie kürzlich beim Besuch des französischen Präsidenten, reichlich Mühe, das Ganze hübsch darzustellen und das Volk auf die neue Attraktion vorzubereiten: Das Humboldt Forum in Gestalt des Stadtschlosses. Die Frage bleibt. Was soll das Ganze und welches Konzept verbirgt sich hinter der Idee, statt zeitgenössischer Architektur der Nostalgie Vorrang einzuräumen?

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Die Berliner Fotografin Regine Peter hat eine Serie von Bildern mit handwerklich tätigen Frauen geschaffen. Sie trägt den Titel Weil wir das können! Gezeigt werden keine Portraits klassischer Frauenberufe, etwa der Bekleidungs-, Nahrungsmittel- und Kosmetikbranche, sondern Aufnahmen aus jenen Bereichen, von denen früher viele dachten, es handele sich um exklusive männliche Domänen. Hier wird zum Beispiel auf Dächer gestiegen, geschmiedet und bestattet. In einem Interview beschreibt Regine Peter, wie sie das Projekt entwickelt und umgesetzt hat. Ihre Aufnahmen sind in Berlin gegenwärtig in einer Ausstellung zu sehen.

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Es gibt Bücher, die liest man im Laufe der Zeit ein zweites Mal oder nimmt sie sogar mehrfach aus dem Regal, um immer wieder Neues zu entdecken. Zu diesen Büchern gehört Das Wesen der Fotografie von Stephen Shore. Die Anziehungskraft lässt sich nicht, wie bei einem voluminösen Nachschlagewerk, durch den Umfang erklären. Der Text ist eher knapp gehalten. Vielmehr ist es die dichte Klugheit, die fasziniert und sich beim wiederholten Lesen immer mehr erschließt.

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Seit dem Aufkommen handlicher, schneller Kleinbildkameras in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat die Straßenfotografie einen stetigen Aufschwung genommen und bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. In einem Interview beschreibt der Berliner Straßenfotograf Sebastian Jacobitz, welchen Weg er für sich gefunden hat und wie er die Zukunft dieses Genres einschätzt.

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Einer der stilprägenden Wegbereiter der modernen Fotografie des Zwanzigsten Jahrhunderts war Edward Weston. Seine Arbeiten entsprangen, wie Ansel Adams es einmal nannte, einer tiefen Intuition, die den Kräften des Abgebildeten außerhalb des Faktischen nachspürt und sie in eine bildliche Symbolsprache übersetzt. Viele von Westons Fotografien wirken vielleicht gerade deshalb so zeitlos. Jenseits aller Überlegungen zu den klassischen Gestaltungsregeln vermitteln die Formen und Flächenproportionen seiner Bilder eine unmittelbare Evidenz, der man sich kaum entziehen kann.

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Muss es das Schicksal der Fotografie sein, im Augenblick ihres Entstehens eine der drei Wirklichkeitsdimensionen zu verlieren und zu einer reinen Fläche zu werden? Nein, der Wiener Fotograf Dieter Bornemann zeigt, dass es auch anders geht. Seine Skulpturalen Fotografien erobern den Raum zurück und spielen auf reizvolle Weise mit unserer Vorstellung von Realität. Wie wirklich ist die Wirklichkeit wirklich? Dieter Bornemann beschreibt in einem Gespräch seinen Weg der Annäherung an diese alte Menschheitsfrage.

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Etwa seit Mitte der siebziger Jahre hat die Publikation von Büchern zum Thema Fotografie beständig zugenommen. Dies korrespondiert mit der Akzeptanz der Fotografie als Kunstform. Sowohl die Zahl an Ausstellungen mit entsprechenden Begleitkatalogen wie auch Monografien und Texte zu Geschichte und Theorie der Fotografie haben ein zuvor nie bekanntes Ausmaß erreicht. Dies eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, sich mit dem Thema Fotografie zu befassen und auf diese Weise aus den Arbeiten anderer zu lernen.

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Wer schon immer der Auffassung war, dass das reiche Amerika hier und dort eine recht dekadente Angelegenheit ist, kommt bei dieser Ausstellung im International Center of Photography in New York voll auf seine Kosten. Gezeigt werden unter dem Titel Generation Wealth Fotografien von Lauren Greenfield, die zuvor bereits in Los Angeles zu sehen waren. Greenfield hat über den Zeitraum von 25 Jahren die Reichen und Schönen des Landes fotografiert und so eine einmalige Dokumentation geschaffen, die am Ende aber nicht nur etwas über die zahlenmäßig kleine Klasse der Happy Few aussagt, sondern auch viel über die Wünsche und Hoffnungen von Menschen aller Schichten einer auf Wirkung bedachten Konsum- und Leistungsgesellschaft.

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In New York bin ich auf Bilder von Edi Chen gestoßen, die als Beispiel für das im letzten Blogbeitrag erörterte konzeptuelle Fotografieren angesehen werden können. Vor etwa zwei Jahren hatte Chen beschlossen, an 366 aufeinander folgenden Tagen jeweils Aufnahmen New Yorks anzufertigen, die als Gemeinsamkeit etwas Symmetrisches aufweisen. Das Konzept beinhaltete somit einerseits die Selbstverpflichtung zum täglichen Foto wie andererseits das bildliche Symmetriegebot.