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Inzwischen zählt Niagara zu den Klassikern zeitgenössischer Fotobücher und wurde gerade vom Verlag neu aufgelegt. Das British Journal of Photography nahm dies zum Anlass für den Abdruck eines Artikels aus dem Jahr 2006, als das Buch erstmals vorgestellt wurde. Ergänzt wird der Beitrag durch Fotografien aus Niagara. Alec Soth, Mitglied der Agentur Magnum, verbindet gekonnt Dokumentarisches und Erzählerisches zu einer Mischung, die nachhaltig in Erinnerung bleibt.

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Wer in der nächsten Zeit Gelegenheit hat, das Museum der bildenden Künste in Leipzig zu besuchen, sollte sich nicht nur die Fotografien von August Sander ansehen, wie kürzlich an dieser Stelle empfohlen, sondern unbedingt auch einige der übrigen Ausstellungsabteilungen. Neben Arno Rink und Gil Schlesinger, die neben anderen einen besonderen Eindruck hinterlassen haben, wird anhand einer raumfüllenden Installation mit Werken Klaus Hähner-Springmühls gezeigt, wie sich im Schatten des repressiven und ultrakonservativen Kultursystems der DDR eine avantgardistische Alternative entwickelt hatte, die den Mächtigen im höchsten Maße suspekt war.

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Das Angebot an Literatur zur Theorie der Fotografie und ihrer künstlerischen Bedeutung hat in den vergangenen Jahrzehnten beständig zugenommen. Da den Überblick zu behalten, fällt schwer. Das Magazin LensCulture hat kürzlich eine Liste von sechs Büchern vorgestellt, die von zahlreichen Rezensenten immer wieder empfohlen worden sind. Auch wenn die Gültigkeit einer solchen Zusammenstellung nicht überbewertet werden sollte, da Buchempfehlungen immer etwas Subjektives anhaftet, erscheint die Auswahl nachvollziehbar.

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Das Medium Fotobuch fordert die Aufmerksamkeit des Betrachters in besonderer Weise. Da werden Geschichten erzählt, die sich mitunter erst erschließen, wenn nach und nach die visuellen Botschaften erkennbar sind und deren Gesamtheit einen Sinn ergibt. Manchmal bietet ein begleitender Text hilfreiche Dienste, manchmal aber auch nicht. Dann wirken die Bilder eher subkutan, als dass sie sich unmittelbar kognitiv ordnen lassen.

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Die Ausstellungsmacher haben sich da vielleicht ein wenig zu viel vorgenommen. Was gegenwärtig unter dem Titel Ins Offene im Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale gezeigt wird, stellt sich trotz einiger herausragender Fotografien am Ende weniger als Kompendium der ostdeutschen Fotokunst der letzten Jahrzehnte dar als vielmehr eine am Ende doch etwas beliebige und lückenhafte Schau. Dabei hätte es eine verdienstvolle Sache werden können, die Entwicklung stilprägender Fotografinnen und Fotografen der früheren DDR nach den Wendejahren zu verfolgen sowie diese mit der Arbeit der nachfolgenden Generation zu vergleichen.

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Die Ausstellung Street. Life. Photographie in den Hamburger Deichtorhallen wirkt wie eine Reminiszenz an die Vergangenheit, als noch relativ unbekümmert im öffentlichen Raum fotografiert werden durfte. Wer diese Bilder aus den letzten siebzig Jahren Revue passieren lässt, wird sich von einem nagenden Verlustgefühl kaum freimachen können. Vieles von dem, was hier gezeigt wird, geht heute schlichtweg nicht mehr. Sowohl das Recht am eigenen Bild wie auch die neue Datenschutzverordnung bürden der klassischen Straßenfotografie Hemmnisse auf, die das Genre zwangsläufig zur Gattung einer aussterbenden Art werden lassen.

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Die Berlinische Galerie zeigt gegenwärtig mit Gier Angst Liebe das Werk der konsequent in Konzeptform denkenden Fotografin Loredana Nemes. Ihre sechs Serien der vergangenen Jahre sind Ergebnis akribischer Arbeit. Der Einsatz der analogen Großbildkamera lässt inszenierte Bilder entstehen, die sich radikal von der schnellen Massenware abheben. Innerhalb der künstlerischen Fotografie zeigt Nemes dabei trotz aller Unterschiedlichkeit der verschiedenen Projekte eine sehr eigene Handschrift.

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Die Mannheimer Kunsthalle kann sich rühmen, einer der symbolträchtigsten Orte der modernen Kunst im Zwanzigsten Jahrhundert zu sein. Im Jahr 1925 fand hier die von Gustav Friedrich Hartlaub kuratierte Ausstellung Neue Sachlichkeit statt, die der teils verwirrten, teils begeisterten Öffentlichkeit programmatisch das Konzept der damaligen Avantgarde vorstellte. Nahezu ein Jahrhundert später ist es die Kunsthalle selbst, genauer, der hinzugefügte Neubau, der viel Begeisterung auslöst. Die Eröffnungsausstellung ist dem Fotografen Jeff Wall gewidmet.

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Wir betrachten das Bildnis einer Frau mit umgebundener Schürze, die mit verhalten skeptischem oder vielleicht auch kokettem Blick an der Kamera vorbei ein für uns nicht sichtbares Ziel fokussiert. Befindet sich dort, außerhalb des durch den Bildrahmen begrenzten Raumes, eine andere Person? Man könnte es vermuten. Erkennbar sind einige Haushaltsgegenstände, die Szene spielt in der Küche. Das Bild ist in Schwarzweiß gehalten und wirkt überlegt komponiert. Auch die Beleuchtung macht einen durchdachten Eindruck. Kaum vorstellbar, dass es sich um einen zufälligen Schnappschuss handelt.

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Im vergangenen Jahr feierte Magnum Photos sein siebzigjähriges Bestehen. Es war im Jahr 1947, als Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David Seymour die Agentur gründeten, die bis heute zu den wichtigsten der Branche zählt. Gegenwärtig gehören etwa fünfzig Fotografinnen und Fotografen zum Team. Das Jubiläum war Anlass für ein breites Programm mit Rückblick auf die eigene Geschichte sowie für eine Reihe von Publikationen.