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Nicht allzu häufig geschieht es, dass sich Künstler schon zu Lebzeiten um die eigene Verewigung in Gestalt eines Museumsneubaus bemühen. Man mag das für Eitelkeit halten, es gibt dafür aber auch rationale Gründe. Das Eisen will schließlich geschmiedet werden, solange es noch heiß ist. Oder, mit einer anderen schrägen Metapher: Gerät ein Stern erst einmal in den Sinkflug, ist es vorbei mit dem öffentlichen Wohlwollen und dem der politischen Entscheider und Entscheiderinnen. Da muss vorausschauend gehandelt werden.

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… jedenfalls hinsichtlich der Fotografie. Das Jahr des hundertjährigen Bauhaus-Jubiläums neigt sich dem Ende zu und wir haben eine Menge gesehen und gelernt. Da gibt es die großen Ausstellungen in der Berlinischen Galerie und in den Bauhaus Museen Dessau und Weimar, daneben Begleitendes wie etwa im Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale mit der Ausstellung Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK sowie im Kunstmuseum Magdeburg und im Museum Ludwig in Köln.

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Sie gilt heute als erste professionelle Bauhaus-Fotografin. Lange Zeit hatte man dies nicht erkannt und das Begriffspaar Bauhaus und Fotografie in erster Linie mit ihrem damaligen Ehemann László Moholy-Nagy assoziiert. Dabei war es Lucia Moholy, die viele der uns heute vertrauten Aufnahmen von Produkten mit dem klassischen Design und der Dessauer Bauhaus-Architektur schuf. Gropius war sich ihrer Bedeutung für die Vermarktung und das Image der Schule jedenfalls bewusst.

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Das Bauhaus Museum in Weimar hat seit der Eröffnung im April eine Reihe unterschiedlicher Reaktionen ausgelöst. Folgt man den Kritikern, steht man entweder vor einem machtversessenen Klotz, einem minimalistischen Monolithen oder einer idealen Hülle. Zu diskutieren wäre dann noch das Verhältnis des neuen Bauwerks zu seinen Nachbarn sowie der Inhalt selbst, die Ausstellung zu den Bauhausjahren 1919 bis 1925.

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Die Zukunft wird zeigen, ob sich Dessau mit dem neuen Bauhaus Museum in dieser Form einen Gefallen getan hat. Bei nur 30 Millionen Euro Baukosten für einen solch gewaltigen Baukörper an exponierter Stelle der Stadt darf man natürlich keine Wunderdinge erwarten. Aber es stellt sich bei einer ersten Spontanbeurteilung schon die Frage, ob ein wenig mehr nicht besser gewesen wäre. Weiteres Nachdenken wird eine solche Überlegung jedoch relativieren.

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Neben den großen Präsentationen anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Bauhauses in der Berlinischen Galerie und im neuen Bauhaus Museum Dessau ist gerade für die Fotografie unbedingt auch die Ausstellung Moderne.Ikonografie.Fotografie im Kunstmuseum Magdeburg zu empfehlen. Hier geht es nicht nur um die Bauhauszeit selbst, sondern auch um die daran anknüpfende Nachkriegsfotografie sowie zeitgenössische junge Fotokünstlerinnen und Künstler, die nach der Aktualität des Avantgardistischen aus den Zwanziger Jahren fragen.

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Der Besuch der aktuellen Ausstellung in der Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erwies sich als eine zwiespältige Angelegenheit. Der Dissidentenstatus Ai Weiweis hat zwar mit seinem Sympathiepotential viele Freiheitsliebende zu gutmeinenden Freundinnen und Freunden werden lassen, so dass man die Installationen gerne mit ehrfürchtigem Staunen umrundet, die kritische Distanz bleibt dabei jedoch schnell einmal auf der Strecke. Da regt sich ein spontaner Widerspruchsgeist.

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Die Buchhandlung Strand in Manhattan ist allen an Fotoliteratur Interessierten in früheren fotosinn-Beiträgen bereits empfohlen worden. Insbesondere die antiquarische Abteilung bietet regelmäßig eine Unmenge an älterer Literatur zur Fotografie sowie einiges aus dem modernen Antiquariat. Allein das Stöbern in den Regalen gestaltet sich wie eine gedankliche Wanderung durch die Geschichte der Fotografie. Wer an diesen Themen interessiert ist, sollte einen Aufenthalt in New York unbedingt zu einem Besuch in der oberen Etage von Strand am Broadway, Ecke 12. Straße, nutzen.

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An der Ostküste, auf dem Weg von South Carolina nach New York, bietet sich ein Besuch der Hauptstadt an. Aber gleich vorweg und um gerecht zu bleiben: Die Eindrücke, die man in nur wenigen Tagen wahrnimmt, können nicht bestimmend sein für die ganze Stadt. Dies gilt besonders dann, wenn man überwiegend die markanten Hotspots aufsucht. Und dennoch, die geballte Demonstration amerikanischen Selbstverständnisses will erst einmal verarbeitet sein.

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Die Hafenstadt in South Carolina bietet einen erholsamen Kontrast zum vorangegangenem, etwas nüchternen Atlanta im Bundesstaat Georgia. Teile des alten Stadtkerns weisen eine Homogenität der  Südstaatenarchitektur auf, die im Zuge der Neugestaltung nach dem Erdbeben von 1886 in nur wenigen Jahren entstanden ist. Charleston wirkt seitdem als eine historische Stadt voller Gebäude, die mit dorischen Säulen und griechisch anmutenden Giebeln herrschaftlich nachgestalten, was für die Südstaaten vor dem Sezessionskrieg typisch gewesen war.