Fotografieren, aber nicht ohne gutes Schuhwerk

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Im vergangenen Jahr feierte Magnum Photos sein siebzigjähriges Bestehen. Es war im Jahr 1947, als Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David Seymour die Agentur gründeten, die bis heute zu den wichtigsten der Branche zählt. Gegenwärtig gehören etwa fünfzig Fotografinnen und Fotografen zum Team. Das Jubiläum war Anlass für ein breites Programm mit Rückblick auf die eigene Geschichte sowie für eine Reihe von Publikationen.

 

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"Erst kommt das Foto, dann die Moral"

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Dieser Imperativ ist heutzutage wohl nicht mehr so recht „korrekt“. Insbesondere gilt das, wenn Moral nicht nur mit allgemeinen, häufig diffus bleibenden sozialen Werten assoziiert wird, sondern mit den rechtlichen Rahmenbedingungen des Fotografierens im öffentlichen Raum. Die Geschichte der Fotografie wäre eine andere, wenn solche Maßstäbe schon immer Geltung hätten beanspruchen können. Ein Großteil der sozialkritischen und dokumentierenden Reportagen vergangener Jahrzehnte wäre bei Anwendung dieser Messlatte schlichtweg unter den Tisch gefallen.

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Die Sammlung Wilde

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Das Stöbern nach vergriffener fotografischer Literatur und nicht mehr lieferbaren Bildbänden, die man in Antiquariaten, auf Flohmärkten, gelegentlich auch in Museumsbuchhandlungen findet, hat seinen besonderen Reiz. Da gibt es viel Interessantes zu entdecken, oftmals für kleines Geld. Die Umschlagzeit im Buchhandel ist heutzutage so kurz, dass viele Werke schon relativ kurz nach ihrem Erscheinen wieder aus den Verlagsprogrammen genommen werden. Insbesondere gilt dies für Publikationen, die anlässlich von Ausstellungen veröffentlicht worden sind.

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Zeitreise fünfter Teil

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Der letzte Blogbeitrag zum Stand der Sichtung des analogen Fotoarchivs stammte vom 15. März und zeigte einige digitale Neubearbeitungen von Negativen aus dem Jahr 1979. In den letzten Wochen standen dann andere Dinge im Vordergrund und die Beschäftigung mit der analogen Fotografie musste eine Pause einlegen. Aber nun geht es weiter mit einem Sprung in die Achtziger. Auch aus diesem Jahrzehnt gab es Negative zu entdecken, die, man darf sie inzwischen schon historisch nennen, Szenen aus dem alten West-Berlin zeigen. Heute soll es aber zunächst um anderes gehen.

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Das Märchenschloss in Berlins Mitte

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Der Nachbau des Berliner Stadtschlosses nimmt langsam seine endgültigen Formen an. Der Kubus ist platziert und die Fassadenimitationen werden nach und nach angeklebt. Die Politik gibt sich, wie kürzlich beim Besuch des französischen Präsidenten, reichlich Mühe, das Ganze hübsch darzustellen und das Volk auf die neue Attraktion vorzubereiten: Das Humboldt Forum in Gestalt des Stadtschlosses. Die Frage bleibt. Was soll das Ganze und welches Konzept verbirgt sich hinter der Idee, statt zeitgenössischer Architektur der Nostalgie Vorrang einzuräumen?

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Ein Jahr fotosinn

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Der Start von fotosinn am 1. Mai des vergangenen Jahres war ein Experiment. Wie und wohin sich der Blog entwickeln würde, war nicht abzusehen. Und es ist bis heute so geblieben, dass fotosinn offen bleibt für neue Entwicklungen. Einen großen Anteil daran haben die Leserinnen und Leser. Die öffentliche Kommentarfunktion von fotosinn wird zwar nur selten genutzt, es sind aber auf anderen Wegen im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Anmerkungen, Kommentaren und kritischen Hinweisen eingegangen, für die an dieser Stelle herzlich gedankt sein soll. Sie haben dazu beigetragen, das eigene Denken immer wieder in neue Bahnen zu lenken.

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Analoge Aura und digitale Simulation

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Der lange Atem beim analogen Fotografieren, wie im vorangegangenen Blogbeitrag beschrieben, ist nicht zu verwechseln mit aufwändigen Bildvorbereitungen oder langen Belichtungszeiten. Niemand zwingt dazu, es Ansel Adams gleichzutun und mit Stativ sowie großem Format solange an der Bildkomposition zu werkeln, bis endlich, wenn alles passt, der Auslöser betätigt wird. Nein, entscheidend ist allein die innere Einstellung. Diese bezieht insbesondere die gedankliche Vorbereitung mit ein. Das Fotografieren selbst kann dann ganz schnell geschehen, digital ebenso wie analog.

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Das schnelle Bild und der lange Atem

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In den vergangenen Jahren ist viel über die Bedeutung des Wandels von der analogen zur digitalen Fotografie geschrieben worden. Im Zentrum der Betrachtungen stand meist die Ablösung der traditionellen Technik, die durch die Gravur der von den Objekten abgestrahlten Lichtreize in eine Filmschicht gekennzeichnet war, durch die im Vergleich hierzu flüchtige Speicherung des Bildes auf einem Sensor. Aber es gibt weitere Folgen: Bei der analogen Fotografie benötigt man von der Aufnahme bis zum fertigen Bild einen langen Atem. Dies ist bei der digitalen Technik nicht der Fall. Das Bild kann unmittelbar nach der Aufnahme auf dem Kameramonitor oder dem Smartphone betrachtet werden.

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Gutes böses Instagram

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Die sogenannten Sozialen Medien dienen in der Regel der positiven Selbstdarstellung, ob nun bei der eigenen Performance im öffentlichen Attraktivitätswettbewerb, bei Influencer-Kampagnen im Konsum- und Meinungsbereich oder beim guten alten Produktmarketing. Glaubt da noch jemand, die Internetmedien seien lediglich nette Spielzeuge, deren uneigennütziger Sinn darin besteht, als Surrogat für die im richtigen Leben anstrengend gewordenen sozialen Beziehungen zu dienen?

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Gedanken zum Fotografieren in Cuba

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Der Abschluss der Blogbeiträge mit Fotografien aus Cuba gibt Anlass, die Dinge noch einmal mit ein wenig Abstand zu betrachten und kritisch zu hinterfragen, ob die eigenen Erwartungen an eine anspruchsvolle Reisefotografie, wie sie etwa im fotosinn-Essay Die Kamera und das Fremde formuliert worden sind, realisiert wurden. Meine Gedanken sind da durchaus ambivalent. Begleitend zu diesen Überlegungen werden noch einmal Impressionen Cubas gezeigt, die zusammen mit den Bildern aus den vorangegangenen Beiträgen einiges von der Faszination des Landes zum Ausdruck bringen und damit vielleicht auch diese Art der Reisefotografie verständlich machen.

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