von Ulrich Metzmacher

Der lange Atem und die schnelle Nummer (2)

Im Dezember des vergangenen Jahres hat der Blogbeitrag Der lange Atem und die schnelle Nummer eine Reihe kontroverser Reaktionen ausgelöst. Der Artikel hatte einige mentale Begleiterscheinungen der analogen und digitalen Fotografie aufgegriffen, die mit dem meist größeren Zeitaufwand der klassischen Technik zu tun haben. Kritisiert wurde vor allem die polarisierende Darstellung.

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von Ulrich Metzmacher

Das Ressentiment als Mittel der Denkvermeidung (3)

Auch in der Fotografie gibt es Ressentiments. So wird manches, das man selbst nicht besitzt oder nicht beherrscht, nach anhaltender Frustration abgewertet oder als Wunsch schließlich verdrängt. Das Ergebnis sind Denkraster, mit denen sich Gutes von Schlechtem unterscheiden lässt. Dies ordnet zwar die Weltsicht und reduziert die Komplexität des Erlebens, verengt jedoch den Blick und macht blind für die Komplexität der Dinge selbst.

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von Ulrich Metzmacher

Das Ressentiment als Mittel der Denkvermeidung (2)

Zwar meist weniger ausgeprägt als gegenüber anderen Künsten, gibt es auch in der Fotografie Ressentiments. Während es bei abstrakten Werken der Malerei oder bei performativen Installationen gang und gäbe ist, dass sich der eine oder andere Betrachter mit Unverständnis abwendet und das Ganze für Firlefanz hält, scheint die technikbedingte Wirklichkeitsaffinität der Fotografie ein Garant dafür zu sein, dass sie unmittelbarer verstanden wird. Und je egalitärer eine Kunst ist, umso weniger Angriffsflächen für Ressentiments bietet sie offenbar. Aber sie strahlt eben auch weniger Außergewöhnliches aus.

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von Ulrich Metzmacher

Das Ressentiment als Mittel der Denkvermeidung (1)

In modernen Wettbewerbsgesellschaften mit ihren oftmals unrealistischen Konsum- und Erfolgsversprechen ist das Ressentiment als individuelle wie kollektive Kategorie zur Beschreibung einiger neidischer Verhaltensweisen Bestandteil alltäglicher Erfahrungen. Was man selbst, zum eigenen Leidwesen, nicht hat, nicht kann, nicht versteht oder nicht darstellt, wird nach längerem Frustrationsaufbau schließlich mit willkürlich konstruierten Begründungen abgelehnt, abgewertet und bei anderen sowie als eigener Wunsch bekämpft.

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von Ulrich Metzmacher

Die Zeit der guten Vorsätze

In den letzten Tagen des Jahres steigt die Neigung, Bilanz zu ziehen und daraus für das bevorstehende Jahr neue Ziele und Vorhaben abzuleiten. Auf die eine oder andere Weise nehmen wir uns dann vor, einiges besser oder zumindest anders zu machen. Auch wenn die Erfahrung lehrt, dass die nachhaltige Umsetzung oftmals nicht wirklich gelingt, erscheint es einen Versuch wert. Wir müssen ja nicht gleich ein anderer Mensch werden wollen. Es genügt schon, sich fotografisch weiter zu entwickeln.

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von Ulrich Metzmacher

Der lange Atem und die schnelle Nummer (1)

Während beim analogen Film eine überlegte Aufnahmetechnik angeraten ist, erledigt die Digitalkamera das meiste automatisch. Vom Weißabgleich bis zur ISO-Einstellung werden die Lichtverhältnisse berücksichtigt, HDR löst auch schwierige Aufgaben und der Rest ist Sache der Postproduktion mit Photoshop. Mit dem klassischen Fotografieren hat das nicht mehr viel zu tun. Man darf im Übrigen einen Zusammenhang zwischen der Technik und der mentalen Konstitution des oder der Fotografierenden vermuten.

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von Ulrich Metzmacher

Futurismus und Fotodynamismus

Die Fotografie ist eine statische Angelegenheit. Anders als der Film kann sie keine Herleitung einer bestimmten Situation anbieten. Sie steht für den Moment. Der Rest, das Davor und Danach, muss hinzugedacht werden. In den ersten Jahrzehnten der Fotografie im 19. Jahrhundert empfand man dies nicht als Problem. Erst später, aber noch vor der Verbreitung des Films, fragte man sich, ob nicht auch das statische, zweidimensionale Bild dem Phänomen der Bewegung Rechnung tragen könne.

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von Ulrich Metzmacher

And the Winner is Magdeburg ...

… jedenfalls hinsichtlich der Fotografie. Das Jahr des hundertjährigen Bauhaus-Jubiläums neigt sich dem Ende zu und wir haben eine Menge gesehen und gelernt. Da gibt es die großen Ausstellungen in der Berlinischen Galerie und in den Bauhaus Museen Dessau und Weimar, daneben Begleitendes wie etwa im Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale mit der Ausstellung Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK sowie im Kunstmuseum Magdeburg und im Museum Ludwig in Köln.

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von Ulrich Metzmacher

Lucia Moholy. Auch eine Geschichte der Fotografie

Sie gilt heute als erste professionelle Bauhaus-Fotografin. Lange Zeit hatte man dies nicht erkannt und das Begriffspaar Bauhaus und Fotografie in erster Linie mit ihrem damaligen Ehemann László Moholy-Nagy assoziiert. Dabei war es Lucia Moholy, die viele der uns heute vertrauten Aufnahmen von Produkten mit dem klassischen Design und der Dessauer Bauhaus-Architektur schuf. Gropius war sich ihrer Bedeutung für die Vermarktung und das Image der Schule jedenfalls bewusst.

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von Ulrich Metzmacher

Öffentliche Mittel für private Kunstrenditen

Bei Diskussionen über das nun beschlossene neue Museum der Moderne in Berlin werden einige grundsätzliche Positionen bezüglich der Präsentation von Kunst erkennbar. Die Frage der Baukosten soll dabei gar nicht im Vordergrund stehen. Obwohl die Vermutung besteht, die Entscheidungsträger könnten mit solchen Bauten am Ast der eigenen politischen Legitimation sägen, dann nämlich, wenn sich Unmut über diese Form des Einsatzes öffentlicher Mittel breitmachen sollte.

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