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Der Besuch der aktuellen Ausstellung in der Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erwies sich als eine zwiespältige Angelegenheit. Der Dissidentenstatus Ai Weiweis hat zwar mit seinem Sympathiepotential viele Freiheitsliebende zu gutmeinenden Freundinnen und Freunden werden lassen, so dass man die Installationen gerne mit ehrfürchtigem Staunen umrundet, die kritische Distanz bleibt dabei jedoch schnell einmal auf der Strecke. Da regt sich ein spontaner Widerspruchsgeist.

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Die Buchhandlung Strand in Manhattan ist allen an Fotoliteratur Interessierten in früheren fotosinn-Beiträgen bereits empfohlen worden. Insbesondere die antiquarische Abteilung bietet regelmäßig eine Unmenge an älterer Literatur zur Fotografie sowie einiges aus dem modernen Antiquariat. Allein das Stöbern in den Regalen gestaltet sich wie eine gedankliche Wanderung durch die Geschichte der Fotografie. Wer an diesen Themen interessiert ist, sollte einen Aufenthalt in New York unbedingt zu einem Besuch in der oberen Etage von Strand am Broadway, Ecke 12. Straße, nutzen.

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An der Ostküste, auf dem Weg von South Carolina nach New York, bietet sich ein Besuch der Hauptstadt an. Aber gleich vorweg und um gerecht zu bleiben: Die Eindrücke, die man in nur wenigen Tagen wahrnimmt, können nicht bestimmend sein für die ganze Stadt. Dies gilt besonders dann, wenn man überwiegend die markanten Hotspots aufsucht. Und dennoch, die geballte Demonstration amerikanischen Selbstverständnisses will erst einmal verarbeitet sein.

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Die Hafenstadt in South Carolina bietet einen erholsamen Kontrast zum vorangegangenem, etwas nüchternen Atlanta im Bundesstaat Georgia. Teile des alten Stadtkerns weisen eine Homogenität der  Südstaatenarchitektur auf, die im Zuge der Neugestaltung nach dem Erdbeben von 1886 in nur wenigen Jahren entstanden ist. Charleston wirkt seitdem als eine historische Stadt voller Gebäude, die mit dorischen Säulen und griechisch anmutenden Giebeln herrschaftlich nachgestalten, was für die Südstaaten vor dem Sezessionskrieg typisch gewesen war.

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Die Hauptstadt des Bundesstaates Georgia macht es einem nicht leicht. Als Ausgangspunkt einer Reise durch den Süden und den Osten der USA verkörpert sie ein anderes Amerika, als man es im vertrauten, polyglotten New York erlebt. Durchschnitten von Highways, sind, abgesehen vom direkten Stadtzentrum, kaum Fußgänger unterwegs. Man fährt hier lieber. Weltzentrale von Coca-Cola, Sitz von CNN, Zentrum einer wirtschaftsstarken Region mit einer Bevölkerung, von der dennoch ein Viertel unter der Armutsgrenze lebt, dazu ein Umsteigeflughafen mit gigantischen Ausmaßen.

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Wie sind sie mir doch sympathisch, die selbstbewussten Möwen vom Tiber und dem nahen Mittelmeer. Angenehmer als die Tauben, die überall herumhocken oder dumpf vor sich hintrippeln. Ihre Verwandten, die Möwen, sind vorsichtiger, dabei räuberischer und fordernd. Vor der Kulisse des Vatikans bilden sie einen ehrlichen Kontrast zu den diebischen Elstern, die doch sehr den Purpurgewandeten der Piazza San Pietro ähneln. Diese plündern und horten, was sie bekommen können. Die Möwe hingegen rafft nichts zusammen. Sie jagt und frisst.

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In den Deichtorhallen und im Bucerius Kunst Forum werden gegenwärtig zwei Fotoausstellungen geboten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einmal ist da Michael Wolf mit Life in Cities und schon seit längerer Zeit zu sehen, jedoch nur noch bis Anfang 2019, Anton Corbijn mit THE LIVING AND THE DEAD. Auf dem Weg von der einen zur anderen Location durchquert man im Übrigen den Weihnachtsmarkt, auch das ein interessanter Effekt.

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Die Besinnung auf die bildmäßig ausgerichtete Fotografie ist ein wiederkehrendes Thema der vergangenen Jahre. Nostalgie ist dabei jedoch meist nicht angesagt. Eher geht es um Fragen einer handwerklich und künstlerisch ambitionierten Umsetzung ästhetischer Prinzipien und deren Abgrenzung zum fotografischen Massengeschehen. Daneben spielt der Diskurs zum Wesen und zum Stellenwert des fotografischen Bildes nach allen postmodernen Irrungen und Wirrungen eine Rolle, der man kaum ausweichen kann. Fotoausstellungen spiegeln häufig beide Aspekte wider.

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Vielleicht liegt es am eigenen Alter, dass mich die hier gezeigten Fotografien so überzeugt haben. Vielleicht ist es aber auch mehr als das. Die Erfurter Kunsthalle hat es jedenfalls vollbracht, nicht nur eine herausragende Schau westdeutscher Fotografie von 1945 bis 2000 zu präsentieren, sondern sie hat damit auch einen Querschnitt modernen fotografischen Denkens gezeigt. Dass die digitale Fotografie dabei außen vor bleibt, trägt zum Niveau der Ausstellung bei. Die Konzentration liegt auf dem Analogen und Schwarzweißen als Höhepunkt der klassischen Fotografie.

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Anlässlich der jährlichen Verleihung des Kaiserrings darf sich die Stadt Goslar einer regelmäßigen medialen Aufmerksamkeit erfreuen. Alle bislang Ausgewählte haben in der zeitgenössischen Kunst Rang und Namen. Nachdem im vergangenen Jahr Isa Genzken den Preis erhalten hat, ist die Wahl der Goslarer Jury nun auf Wolfgang Tillmans gefallen, dessen Werkauswahl auf mehreren Etagen des kleinen Mönchehaus Museums gezeigt wird. Mit Matt Copson wurde darüber hinaus ein Stipendiat gekürt, dessen cartoonistisch anmutenden, dabei jedoch tiefgründige Videoarbeiten zwei weitere Räume füllen.