von Ulrich Metzmacher

Ein neues Paradigma für Weimar

Das Bauhaus Museum in Weimar hat seit der Eröffnung im April eine Reihe unterschiedlicher Reaktionen ausgelöst. Folgt man den Kritikern, steht man entweder vor einem machtversessenen Klotz, einem minimalistischen Monolithen oder einer idealen Hülle. Zu diskutieren wäre dann noch das Verhältnis des neuen Bauwerks zu seinen Nachbarn sowie der Inhalt selbst, die Ausstellung zu den Bauhausjahren 1919 bis 1925.

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von Ulrich Metzmacher

Aus Fehlern lernen

Wer nicht gerade mit großem Fachequipment im Studio, sondern digital oder auch analog im Kleinbildformat arbeitet, wird feststellen, dass die Quote misslungener, langweiliger oder sonstwie unbefriedigender Bilder meist relativ hoch ist. Selbst bei bekannten Fotografinnen und Fotografen zeigt sich, dass in der Regel nur einige der Rohaufnahmen Bestand haben und ihren Weg in die Dunkelkammer oder zum Printer finden.

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von Ulrich Metzmacher

Eine frühe kinetische Maschine

Bestimmte Kunstwerke weisen einen Status als paradigmatische Ikonen der Moderne auf. Zu ihnen zählen etwa die Fahrradfelge auf dem Schemel von Duchamp wie auch der Licht-Raum-Modulator László Moholy-Nagys. Dieser hatte sich im Jahrhundert des Lichtes die Aufgabe gestellt, dessen reinste Formen herauszuarbeiten. Das Fotogramm war zuvor ein wichtiger Meilenstein gewesen. Aber ebenso wie die Arbeit mit der Kamera stellte es für Moholy-Nagy mehr eine Zwischenstation als bereits das Ziel dar.

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von Ulrich Metzmacher

Ambivalentes in Dessau

Die Zukunft wird zeigen, ob sich Dessau mit dem neuen Bauhaus Museum in dieser Form einen Gefallen getan hat. Bei nur 30 Millionen Euro Baukosten für einen solch gewaltigen Baukörper an exponierter Stelle der Stadt darf man natürlich keine Wunderdinge erwarten. Aber es stellt sich bei einer ersten Spontanbeurteilung schon die Frage, ob ein wenig mehr nicht besser gewesen wäre. Weiteres Nachdenken wird eine solche Überlegung jedoch relativieren.

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von Ulrich Metzmacher

Die Zeit anhalten

Unser Geist, der feste Stützpunkte sucht, hat im gewöhnlichen Lauf des Lebens zur hauptsächlichen Funktion, sich Zustände und Dinge vorzustellen. Er nimmt dann und wann gleichsam momentane Ansichten von der ungeteilten Beweglichkeit des Wirklichen auf. … Auf diese Weise substituiert er dem Kontinuierlichen das Diskontinuierliche, der Beweglichkeit die Stabilität … (Henri Bergson).

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von Ulrich Metzmacher

Bauhaus-Fotografie in Magdeburg

Neben den großen Präsentationen anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Bauhauses in der Berlinischen Galerie und im neuen Bauhaus Museum Dessau ist gerade für die Fotografie unbedingt auch die Ausstellung Moderne.Ikonografie.Fotografie im Kunstmuseum Magdeburg zu empfehlen. Hier geht es nicht nur um die Bauhauszeit selbst, sondern auch um die daran anknüpfende Nachkriegsfotografie sowie zeitgenössische junge Fotokünstlerinnen und Künstler, die nach der Aktualität des Avantgardistischen aus den Zwanziger Jahren fragen.

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von Ulrich Metzmacher

Veränderung und Identität

Bei der visuellen Wahrnehmung werden beständig Interpretationsleistungen erbracht. Eingehende Informationen werden mit gespeicherten Erfahrungen abgeglichen und Variationen intelligent berücksichtigt. Die Gegenstände und Prozesse erhalten auf diese Weise einen Sinn. Obwohl alles einem beständigen Wandel unterworfen ist, nehmen wir in vertrauter Umgebung die Dinge deshalb meist so wahr, dass wir ihre Bedeutung verstehen.

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von Ulrich Metzmacher

Alles ist in Bewegung ...

... und nichts bleibt stehen. So sah es schon Heraklit. Das Leben, die übrige Realität und die Ideen von beidem sind gleichbedeutend mit Bewegung. Die Geschichte der Philosophie ist ohne eine solche Wesensbestimmung des Seins nicht vorstellbar. Ob es sich um die belebte oder die unbelebte Natur handelt, die physikalische Teilchenstruktur der Materie oder die Dynamik der menschlichen Vorstellungen von sich selbst und ihrer Umwelt, überall ist Bewegung.

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von Ulrich Metzmacher

Bewegung im statischen Bild

Die Fotografie folgt seit ihren Anfängen einem Trend zur Beschleunigung. Dies mag angesichts der langen Belichtungszeiten der ersten Aufnahmen von Daguerre verwundern, aber man darf nicht vergessen, dass die Fotografie mit ihrer Idee der dauerhaften Abbildung in Gestalt eines technisch geschaffenen Bildes gegen die Malerei angetreten war. Und gegenüber dem traditionellen Bild war die Fotografie von Anfang an erheblich schneller. Auch wenn die Technik zunächst noch in den Kinderschuhen steckte, war es ein Quantensprung von der Arbeit mit Leinwand und Staffelei zur fotografischen Apparatur mit lichtempfindlicher Platte und schwarzem Tuch.

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von Ulrich Metzmacher

Andreas Gurskys Konstruktivistischer Realismus

Alle Überlegungen zum Verhältnis von Wirklichkeit und fotografischem Abbild berühren irgendwann die Objektivitätsfrage. Gibt es die Möglichkeit einer neutralen Sicht der Dinge, oder ist jede Erkenntnis perspektivisch und subjektiv? Darüber hinaus steht die alte philosophische Kernfrage im Raum, ob es Wirklichkeit an sich überhaupt gibt und wie diese beschaffen ist. Aber auch ohne abschließende Antwort gilt für das praktische Fotografieren, dass dieses eine kontingente Angelegenheit ist.

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