von Ulrich Metzmacher

NEU: Essay "Der fotografische Augenblick"

Entscheidende Augenblicke sind das Metier der Fotokamera. Im Gegensatz zum Film ist sie in der Lage, eine Szene so einzufrieren, dass der Höhepunkt genau getroffen ist. Die Filmkamera hingegen fängt nicht diesen einen Augenblick ein, sondern speichert die gesamte Sequenz. Das mag von Vorteil sein, wenn es um die Dokumentation des vollständigen Handlungsbogens geht, aber es ist eben auch ein Nachteil, wenn der entscheidende Moment in einer endlosen Flut von Bildern untergeht.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Der Augenblick und die Wahrheit des Wirklichen

Bei der Rede vom Entscheidenden Augenblick - spätestens seit Henri Cartier-Bresson ein zentraler Begriff der Fotografie - können stets zwei unterschiedliche Perspektiven eingenommen werden. Einmal geht es um das Geschehen selbst, das auf einen Punkt mit besonderer Bedeutung hinsteuert, und daneben gibt es die Perspektive des Fotografierenden, der sich entscheidet, in einem bestimmten Augenblick den Auslöser der Kamera zu betätigen.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Raum und Zeit

Damit erst gar keine Unklarheiten entstehen: Es geht bei den folgenden Überlegungen nicht um die Relativitätstheorie, sondern um Angelegenheiten der Fotografie. Aber auch hier erweisen sich die Dinge als durchaus komplex. Denn was geschieht eigentlich vom Augenblick der Betätigung des Auslösers bis zur späteren Bildrealisierung? Vordergründig handelt es sich um einen technischen Prozess. Das ist aber nicht alles. Der Vorgang lässt sich auch phänomenologisch beschreiben.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Störgefühle beim Betrachten der Megakunst Ai Weiweis

Der Besuch der aktuellen Ausstellung in der Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erwies sich als eine zwiespältige Angelegenheit. Der Dissidentenstatus Ai Weiweis hat zwar mit seinem Sympathiepotential viele Freiheitsliebende zu gutmeinenden Freundinnen und Freunden werden lassen, so dass man die Installationen gerne mit ehrfürchtigem Staunen umrundet, die kritische Distanz bleibt dabei jedoch schnell einmal auf der Strecke. Da regt sich ein spontaner Widerspruchsgeist.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

New York, Strand und Die Amerikaner

Die Buchhandlung Strand in Manhattan ist allen an Fotoliteratur Interessierten in früheren fotosinn-Beiträgen bereits empfohlen worden. Insbesondere die antiquarische Abteilung bietet regelmäßig eine Unmenge an älterer Literatur zur Fotografie sowie einiges aus dem modernen Antiquariat. Allein das Stöbern in den Regalen gestaltet sich wie eine gedankliche Wanderung durch die Geschichte der Fotografie. Wer an diesen Themen interessiert ist, sollte einen Aufenthalt in New York unbedingt zu einem Besuch in der oberen Etage von Strand am Broadway, Ecke 12. Straße, nutzen.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Washington D.C.

An der Ostküste, auf dem Weg von South Carolina nach New York, bietet sich ein Besuch der Hauptstadt an. Aber gleich vorweg und um gerecht zu bleiben: Die Eindrücke, die man in nur wenigen Tagen wahrnimmt, können nicht bestimmend sein für die ganze Stadt. Dies gilt besonders dann, wenn man überwiegend die markanten Hotspots aufsucht. Und dennoch, die geballte Demonstration amerikanischen Selbstverständnisses will erst einmal verarbeitet sein.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Charleston

Die Hafenstadt in South Carolina bietet einen erholsamen Kontrast zum vorangegangenem, etwas nüchternen Atlanta im Bundesstaat Georgia. Teile des alten Stadtkerns weisen eine Homogenität der  Südstaatenarchitektur auf, die im Zuge der Neugestaltung nach dem Erdbeben von 1886 in nur wenigen Jahren entstanden ist. Charleston wirkt seitdem als eine historische Stadt voller Gebäude, die mit dorischen Säulen und griechisch anmutenden Giebeln herrschaftlich nachgestalten, was für die Südstaaten vor dem Sezessionskrieg typisch gewesen war.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Atlanta

Die Hauptstadt des Bundesstaates Georgia macht es einem nicht leicht. Als Ausgangspunkt einer Reise durch den Süden und den Osten der USA verkörpert sie ein anderes Amerika, als man es im vertrauten, polyglotten New York erlebt. Durchschnitten von Highways, sind, abgesehen vom direkten Stadtzentrum, kaum Fußgänger unterwegs. Man fährt hier lieber. Weltzentrale von Coca-Cola, Sitz von CNN, Zentrum einer wirtschaftsstarken Region mit einer Bevölkerung, von der dennoch ein Viertel unter der Armutsgrenze lebt, dazu ein Umsteigeflughafen mit gigantischen Ausmaßen.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Römische Impressionen

Wie sind sie mir doch sympathisch, die selbstbewussten Möwen vom Tiber und dem nahen Mittelmeer. Angenehmer als die Tauben, die überall herumhocken oder dumpf vor sich hintrippeln. Ihre Verwandten, die Möwen, sind vorsichtiger, dabei räuberischer und fordernd. Vor der Kulisse des Vatikans bilden sie einen ehrlichen Kontrast zu den diebischen Elstern, die doch sehr den Purpurgewandeten der Piazza San Pietro ähneln. Diese plündern und horten, was sie bekommen können. Die Möwe hingegen rafft nichts zusammen. Sie jagt und frisst.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Starke Kontraste in Hamburg

In den Deichtorhallen und im Bucerius Kunst Forum werden gegenwärtig zwei Fotoausstellungen geboten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einmal ist da Michael Wolf mit Life in Cities und schon seit längerer Zeit zu sehen, jedoch nur noch bis Anfang 2019, Anton Corbijn mit THE LIVING AND THE DEAD. Auf dem Weg von der einen zur anderen Location durchquert man im Übrigen den Weihnachtsmarkt, auch das ein interessanter Effekt.

Weiterlesen …