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Das International Center of Photography in New York unternahm im Jahr 2014 den Versuch einer Annäherung an das Wesen der zeitgenössischen Fotokunst. Der Titel der Ausstellung What Is a Photograph? war, wie die Kuratorin Carol Squiers betonte, eine Frage mit mehreren Antwortmöglichkeiten. Schon in den sechziger Jahren gab es parallel zum traditionellen Verständnis der Fotografie den Ansatz, diese im Rahmen der Konzeptkunst in die Contemporary Art einzuführen, damals noch auf der Basis analoger Technik.

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Eigentlich der Touristenmonat. Nicht in diesem Jahr. Weiterhin nur wenig Stimmengewirr aus anderen Ländern. Immerhin, ein paar Rundfahrtbusse steuern wieder die Hotspots der Reiseführer an. Rechts und links vom Kurfürstendamm bleibt es dennoch trist. Geschlossene Restaurants. Oft steht man vor versperrten Türen. Normalität ist das nicht. Gewohnt ist allein die alltägliche Begegnung des Großen mit dem Kleinen.

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Die Fotografie betrat die Bühne in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bevor sich die neue Technik etablieren konnte, boten allein die Camera obscura, die Laterna magica oder der Schattenschnitt einige unterstützende Verfahren zur bildlichen Darstellung realer Objekte. Durch die Verbesserung der fotografischen Prozesse, die nicht lange auf sich warten ließ, entstand jedoch etwas vollkommen Neues. Es sollte sich als direkte Konkurrenz zur Malerei erweisen.

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Wird in der Fotografie vom entscheidenden Augenblick gesprochen, hat dies eine doppelte Bedeutung. Es mag ein besonderer Moment des Geschehens sein oder die Entscheidung des Fotografen, in genau diesem Augenblick den Auslöser zu betätigen. Aber was ist ein Augenblick? Was kennzeichnet ihn und wie lange dauert er an? Letztlich geht es um die subjektive Wahrnehmung des abstrakten Moments zwischen Vergangenheit und Zukunft, weniger jedoch um objektive Messgrößen.

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Neben dem Einzelbild, das in einer temporären Exklusivbeziehung zum Betrachter steht, lassen sich Fotografien in Serien zusammenfassen. Dies mag der Ordnung dienen oder Ausdruck einer künstlerischen Idee sein. Gemeinsam ist ihnen, dass die einzelnen Bilder im Dienst eines übergeordneten Gedankens stehen und als Solitäre zurücktreten. Auch kommunizieren sie nicht mehr allein mit dem Betrachter, sondern weisen Beziehungen untereinander auf.

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Die Intensität des Lebens am Kürfürstendamm hat im Juli zugenommen, gefühlt jedenfalls. Nach Monaten im Homeoffice eilen viele wieder strebsam in die Büros. Die Frequentierung der Kaufhäuser und Läden ist ebenfalls gestiegen. Auch Touristen sind zurück. Meist in Gruppen schlendern sie den Boulevard entlang. Große Umsätze im Einzelhandel kommen aber nicht zustande. Hier wird weiterhin mit Preisnachlässen um Kundschaft geworben.

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Es lässt sich ein Zusammenhang zwischen der inneren Haltung eines Fotografen und der verwendeten Technik vermuten. So ist die Zeitspanne zwischen der Betätigung des Auslösers und der Betrachtung des fertigen Bildes nicht ohne Bedeutung für die mentale Prägung. Das Ergebnis einer Digitalaufnahme können wir auf dem Kameramonitor sofort begutachten. Wer hingegen analog arbeitet, die Filme vielleicht nicht selbst entwickelt und wem keine Dunkelkammer zur Verfügung steht, der ist auf ein externes Labor angewiesen und muss Geduld mitbringen.

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Viele Orte der Lausitz im südlichen Brandenburg zeugen von einer wechselvollen Industriegeschichte. Die Relikte der ehemaligen Industriewelt wirken wie Dinosaurier, die an Vergangenes erinnern. Grundlage für die Prägung der Region war die Braunkohleförderung. Über viele Jahrzehnte hingen die Arbeitswelt sowie das Leben in den Städten und Gemeinden direkt und indirekt von der Kohle ab. Die Veränderungen der letzten dreißig Jahre waren einschneidend. Nicht zuletzt der Bevölkerungsrückgang und die spürbare Zunahme des Anteils Älterer zeigen dies.

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Was als gute oder gar künstlerische Fotografie angesehen wird, ist Schwankungen und Entwicklungen unterworfen. Vieles von dem, was als ästhetisch ansprechend betrachtet und wertgeschätzt wird, ist morgen, vielleicht auch erst übermorgen, nichts weiter als Schnee von gestern. Dies muss für das eigene Handeln kein Nachteil sein. Hat man den Mechanismus erkannt, ist der Weg frei für ein ungebundenes Agieren. Nichts kann dazu zwingen, die aktuellen ästhetischen Regeln um jeden Preis zu beachten.

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Im Mai hatte die zweite Welle der Pandemie ihren Höhepunkt erreicht, anschließend gingen die Infektionszahlen zurück. Der Folgemonat zeigte sich als früher Sommer mit einigen heißen Tagen. Hinzu kamen erste Lockerungen. Und dennoch, von der alten Normalität war nicht allzu viel zu spüren. Zwar öffneten die Restaurants und der Besuch von Geschäften wurde erleichtert. Die weiterhin nur vereinzelt auftauchenden Flaneure und Touristen wirkten dennoch auf den breiten Gehwegen wie verloren.