von Ulrich Metzmacher

Freundliche Affinitäten von Skulptur und Fotografie

Die Geschichte der wechselseitigen Beeinflussung von skulpturaler Kunst und Fotografie ist so alt wie die Fotografie selbst. Schon bald nach ihren Anfangsjahren musste nicht nur das Verhältnis zur klassischen Malerei reflektiert und geklärt werden. Auch die Beziehungen zu den skulpturalen Künsten sind vielschichtiger, als dies auf den ersten Blick erscheint.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Vivian Maiers Schattenbilder

In den Werken der spät entdeckten amerikanischen Fotografin Vivian Maier gibt es ein immer wiederkehrendes Motiv. Es handelt sich um Schatten, meist ihren eigenen, der für die Gestaltung und die Botschaft der Bilder eine wichtige Funktion einnimmt. Aber Schatten sind auch Teil des Lebens, so wie es keine Schatten ohne Sonne gibt. Sie können uns stoisch begleiten, sie können sich dehnen, um dann wieder zusammenzuschrumpfen, und sie leben sogar unter Wasser.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Raum und Fläche als Mittel der Gestaltung

Beim Fotografieren wird der Raum in eine Fläche umgewandelt. Die dreidimensionale Wirklichkeit schrumpft zu einem Bild mit nur noch zwei Dimensionen. Auf den ersten Blick erscheint das unproblematisch, und für das Alltagsverständnis reicht eine solche Beschreibung auch vollkommen aus. Dort befindet sich die Wirklichkeit und hier ist ihr Abbild. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass diese Selbstverständlichkeit auf einer Reihe von Voraussetzungen beruht, nicht zuletzt der Wahl des Objektivs.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Das Bauhaus und die Fotografie Moholy-Nagys

Das hundertjährige Jubiläum der Bauhausgründung lässt gegenwärtig kaum ein Feuilleton unkommentiert an sich vorüberziehen. Und das mit guten Gründen, hat sich doch die damals entworfene Designsprache als nachhaltig und bis heute attraktiv erwiesen. Klare Formen dominieren über ornamental Verspieltes oder nur auf Wirkung Bedachtes. Dies gilt nicht nur für Teekannen, Sitzmöbel und Leuchtkörper, sondern auch für die Fotografie.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Vom Löschen unerheblicher Bilder

Wer kennt das nicht, da hat man eine Aufnahme gemacht und ahnt sofort, das könnte etwas geworden sein. Oder man sieht bei der Bearbeitung am Monitor ohne langes Überlegen, dass sich aus dem Bild etwas machen lässt. Manchmal sind es jedoch auch Aufnahmen, bei denen sich erst nach und nach ein positives Gefühl aufbaut. Mitunter vergeht sogar ziemlich viel Zeit, bis man zu einer Fotografie zurückkehrt und von ihr gefesselt ist.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Das Geheimnis der Objekte

Dem reflexionsgeübten Fotografen ist der Gedanke vertraut, dass beim Prozess der Realitätsabbildung mit Hilfe der Kamera die Wirklichkeit nicht einfach nur objektiv durch die Linse auf den Film oder den Sensor gebannt wird, sondern die Dinge etwas komplizierter sind. Dennoch mag es nützlich sein, sich hin und wieder diesen Umstand in Erinnerung zu rufen.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Die Ehrenrettung des Selfies

Der Buchumschlag von Peter Sloterdijks Die schrecklichen Kinder der Neuzeit ist auf der Rückseite mit einer apodiktischen Warnung versehen: Die moderne Welt wird sich als eine Zeit erweisen, in der die Wünsche durch ihr Wahrwerden das Fürchten lehren. Mit Fotografie scheint das alles erst einmal wenig zu tun zu haben.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Wir nehmen kein Bild, wir machen es

Gerät man in eine unübersichtliche Situation, neigt man dazu, sich vor dem weiteren Agieren erst einmal ein Bild von der Lage zu machen. Dieses aktive Machen beschreibt recht genau, um was es geht, nämlich die Strukturierung der zunächst unklaren Eindrücke, bis das Ganze einen Sinn bekommt. Dieser ergibt sich eben nicht aus dem vermeintlich objektiven Anschein einer Situation, sondern wird erst durch Zuschreibung generiert.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Vom Reiz am eigenen Bild bis zu dessen Verbot

Vieles spricht dafür, dass der Mensch das einzige Lebewesen mit einer Vorstellung von sich selbst ist und Gedanken darüber anstellt, wie andere ihn wahrnehmen. Bemerkenswert dabei, dass ein Spiegelbild nicht zeigt, wie diese anderen uns sehen, sondern, nomen est omen, spiegelverkehrt. Da beide Gesichtshälften in der Regel nicht identisch ausgeprägt sind und wir selten einen symmetrischen Mittelscheitel tragen, sehen uns andere nicht so, wie es das eigene Bild im Spiegel suggeriert.

Weiterlesen …

von Ulrich Metzmacher

Diese Demut vor dem sogenannten Realismus

Wir reden von Kunst. Soviel vorweg. Und von der Fotografie. Es geht nicht darum, die Idee von Realität klein zu reden. Was auch immer das sein mag. Aber nun die Frage: Erwarten wir Realität, wenn wir abstrakte Werke eines Mark Rothko oder Yves Klein betrachten? Erwarten wir von der Oper oder vom Tanztheater ein Surrogat für wirkliches Leben? Handelt es sich bei Duchamps Fahrradfelge um realistische Kunst? Die Antworten sind vorhersehbar. Bei der Fotografie fallen sie schon schwerer.

Weiterlesen …