von Ulrich Metzmacher

Artensterben in der Fotowirtschaft

Der hochwertige digitale Fotoapparat, ob mit oder ohne Spiegel, wird in wenigen Jahren ein teures Nischenprodukt für Profis und betuchte Amateure sein. Die Branche ist im Niedergang begriffen. Kameras mit APS-C oder MFT Sensoren werden kaum noch eine Rolle spielen. Einige der heute bekannten Produzenten werden sich aus dem Markt für Fotoapparate verabschieden. Schuld an dieser Entwicklung ist nicht nur das Smartphone. Das wäre zu einfach gedacht.

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von Ulrich Metzmacher

Zum Wandel fotografischer Paradigmen

Die ersten motorgetriebenen Automobile sahen noch aus wie Kutschen ohne Pferde. Dies war kein Zufall, orientieren sich neue Produkte doch zunächst meist an den Vorgängertechnologien. Anders ausgedrückt, alte Paradigmen behalten solange ihre Gültigkeit, bis sich ein neues Selbstverständnis herausgebildet hat. Technische Verfeinerungen fördern diesen Prozess, bis schließlich zusätzliche Optionen in das Blickfeld geraten.

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von Ulrich Metzmacher

Die Welten hinter der Fassade

Kurz vor der Jahrtausendwende erschien Don DeLillos grandioser Roman Unterwelt, ein Kaleidoskop amerikanischer Alltagskulturen der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Facettenreich verbinden sich Zeitgeschichtliches aus Politik, Sport und Show mit den Schicksalen der handelnden Personen. Das multiperspektivische Gesellschaftspanorama bildet die Hintergrundkoordinaten eines Romans, der seine Sichtweise permanent ändert. Und auch die lineare Zeitachse wird zugunsten eines Montageprinzips aufgegeben, das durch die Zeiten springt.

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von Ulrich Metzmacher

Anything goes und ein wenig Langeweile

Hin und wieder meldet sich die nagende Frage, ob im Geleitzug des Anything goes und der Auflösung verbindlicher Kunstdefinitionen nicht auch eine Überschüttung mit Dingen stattfindet, deren hervorstechendes Merkmal lediglich in der wohlfeilen Selbsteinschätzung als künstlerisch wertvoll besteht. Ein solcher Verdacht drängt sich nicht zuletzt in der Fotografie auf. Schließlich kann heute jedermann und jedefrau mit einer Kamera oder dem Smartphone interessante Bilder schaffen. Sind wir da nicht alle Künstler (m/w/d)?

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von Ulrich Metzmacher

Das Private wird öffentlich

Seit es Gesellschaften gibt, besteht ein Spannungsverhältnis zwischen den kollektiven Anforderungen an den Einzelnen und seinen Behauptungen gegenüber dem sozialen Umfeld. Gleichwohl bilden Individuum und Privatheit einerseits und die Gesellschaft andererseits zwei Pole, die nicht voneinander zu trennen sind. Selbst der freie Einzelne ist nur vergesellschaftet denkbar. Und ohne soziale Einbindung keine Privatheit.

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von Ulrich Metzmacher

Fotografieren ohne Dogma

Die oftmals unterstellte Bedächtigkeit beim analogen Fotografieren ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit aufwändiger Bildgestaltung oder einer langsamen Kameratechnik. Niemand ist gezwungen, es Ansel Adams gleichzutun und mit schwerem Stativ sowie großem Format solange an der Komposition zu werkeln, bis alles passt und schließlich der Auslöser betätigt wird. Entscheidend bei der Frage nach der Bedächtigkeit ist die innere Haltung.

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von Ulrich Metzmacher

Faktenwahrheit und moralische Wahrheit

Der Fotograf und zeitweilige Präsident der Agentur Magnum, Stuart Franklin, hat in seinem Buch The Documentary Impulse die in vielen Jahren erworbenen Erfahrungen als Bildjournalist zusammengefasst. Es geht um ethische und soziale Aspekte der tageaktuellen Berichterstattung, aber auch um grundsätzliche Fragen des Verhältnisses von Wirklichkeit und fotografischem Abbild.

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von Ulrich Metzmacher

Die Wahrheit der Kunst

Im Jahr 1798 veröffentlichte Goethe in der Zeitschrift Propyläen den Beitrag Über Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Kunstwerke. Auf nur wenigen Seiten wird die Differenz zwischen dem Naturwahren und dem Kunstwahren herausgearbeitet. Die Form des Beitrags entspricht einem sokratischen Dialog, der im Übrigen an Platons Diskurs zum Kunstbegriff erinnert. Die Fotografie war zu Goethes Zeit noch nicht erfunden. Gleichwohl lässt sich manches aus dem Artikel auf die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des fotografischen Bildes übertragen.

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von Ulrich Metzmacher

Fotografen und andere Künstler

Ist die These gewagt, dass es sich bei ambitionierten Fotografen (m/w/d) in der Regel um eher überlegt agierende Menschen handelt? Aber schließlich ist die Kamera ein Apparat, der beherrscht sein will. Nur mit Intuition und Spontaneität kommt man da meist nicht weit. Fotografieren ist ein technischer Akt mit rationalen Prozesselementen. Fotografen können deshalb von Künstlern (m/w/d), die mit anderen Techniken arbeiten, vielleicht etwas lernen.

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von Ulrich Metzmacher

Eine neue "Straight Photography"?

Fragt man nach der künftigen Entwicklung der Fotografie, gibt es keine einfache Prognose. Über Jahrzehnte hat sie sich ausdifferenziert in unterschiedliche Formen. Diese Pluralität ist in jeglicher Hinsicht eine Bereicherung. Um gleichwohl einem Verrauschen im indifferenten Einerlei zu begegnen, rückt die Reflexion ihres spezifischen Charakters noch einmal neu in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Traditionelle analoge Techniken könnten da hilfreich sein.

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