von Ulrich Metzmacher

Strassenfotografie für das Archiv

Wir betrachten Straßenfotografien früherer Jahrzehnte und sind von den historischen Szenen angetan. Ja, so war es damals. Nicht selten verspürt man dann den Impuls, auf ähnliche Weise auch die Gegenwart festzuhalten. Dann zieht man los mit der Kamera und ist anschließend von der vermeintlichen Belanglosigkeit der Ergebnisse nicht selten enttäuscht. Schnell wird vergessen: Auch viele frühere Bilder wirkten zum Zeitpunkt ihres Entstehens häufig eher banal.

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von Ulrich Metzmacher

Das surrealistische Prinzip

Diffusion von Wirklichkeiten, Schaufensterdurchblicke, Spiegelungen. Vermischungen von Dingen, die in der Realität nichts miteinander zu tun haben. Im fotografischen Bild sind es Berührungen von Flächen, die eine Zusammengehörigkeit suggerieren. Aber auch schon allein Vorgänge im Kopf des Betrachters können Dinge in eine bedeutungsvolle Beziehung bringen.

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von Ulrich Metzmacher

Eine Annäherung

Bei der Beschreibung der charakteristischen Merkmale des Mediums Fotografie lassen sich gänzlich unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Eine der wahrscheinlichen Sichtweisen wird aus der Allgegenwart fotografischer Bilder die Metapher einer Bilderflut ableiten, die es in früheren Epochen in vergleichbarer Form nie gegeben hat. Bilder umgeben uns überall, wir nehmen sie als zentralen Bestandteil der Kommunikationswelt wahr.

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von Ulrich Metzmacher

Der Kurfürstendamm im April

Corona hält weiterhin alles fest im Griff. Während sich in früheren Jahren im April bereits Touristenmengen durch die Stadt schoben und über die Osterfeiertage die meisten Hotels ausgebucht waren, herrscht nun gähnende Leere. Restaurants und Cafes bleiben geschlossen, der Einzelhandel ist noch immer stark eingeschränkt und unterliegt wechselnden Öffnungsbedingungen. Auch an normalen Wochentagen wirkt das Kranzlereck mitunter wie an einem frühen Sonntagmorgen.

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von Ulrich Metzmacher

Der Mauerläufer

Ein älterer, weißhaariger Mann auf der Berliner Mauer. Vorsichtig, Schritt für Schritt, tastet er sich voran. Es ist im August 1986, als der 68jährige kanadische Friedensaktivist John Runnings anlässlich des 25. Jahres des Mauerbaus am Potsdamer Platz auf das nahezu vier Meter hohe Ungetüm steigt und auf ihm mehrere hundert Meter auf den Übergang Checkpoint Charlie zusteuert. Für die einen war es eine mutige Aktion, für andere eine Provokation. Für manche auch nur ein interessantes Sommerereignis.

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von Ulrich Metzmacher

Der Zufall in der Fotografie

Bei den allermeisten Fotografien handelt es sich, strenggenommen, um Aufnahmen, die sich identisch nicht wiederholen lassen. Lediglich bei der Abbildung statischer Objekte, insbesondere im Studio, sieht dies ein wenig anders aus. Ansonsten laufen während einer Aufnahme mal Menschen durchs Bild, mal flattert eine Taube am Himmel oder versetzt ein Windhauch die Baumkronen in sanfte Schwingungen. Hundertprozentig kontrollierbar ist das alles nicht. Stets spielt der Zufall mit.

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von Ulrich Metzmacher

Der Wille des Objekts

Das fotografische Fixieren einer zufälligen Kombination von Zeichen erzeugt ein Bild eigener Ordnung. Unzusammenhängendes geht Beziehungen ein. Texte, Symbole, Muster verbinden sich in der Fläche zu einer Realität eigener Art. Bei der Serie wird dieser Effekt noch verstärkt. Das Mauerwerk der Stadtbahn offenbart eine Pluralität von Welten und zeigt das Ungleichzeitige im Gleichzeitigen.

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von Ulrich Metzmacher

Der Kurfürstendamm im März

Im Westen nimmt der Kurfürstendamm seinen Anfang am Rathenauplatz in Halensee. Auf dessen Mittelinsel befindet sich seit 1987 die Skulptur Zwei Beton Cadillacs in Form der nackten Maja von Wolf Vostell. Sie wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins installiert und führte damals zu erregten Debatten. Schließlich ging es bei dem Werk um die Infragestellung des Autos als Goldenem Kalb. Heute regt sich kaum noch jemand über die Skulptur auf. Die kritische Sicht auf die Zukunft des Verkehrs wird von vielen geteilt.

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von Ulrich Metzmacher

Die Stammbahn (2)

In Zehlendorf trennt sich die Trasse der ehemaligen Stammbahn, der ersten preußischen Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Potsdam, von der bis dahin parallel verlaufenden Wannseebahn und führt auf einem direkten Weg zum Ziel. Anders die Wannseebahn, die auf Betreiben wohlhabender Kreise 1874 zusätzlich in Betrieb genommen wurde, um in einem weiten Bogen die neuen Villengegenden am Schlachtensee, in Nikolassee und in Wannsee zu erschließen.

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von Ulrich Metzmacher

Vier auf einen Streich: Wolfgang Tillmans bei TASCHEN

Anlässlich des 40jährigen Bestehens hat der Verlag TASCHEN als Jubiläumsedition eine Reihe seiner erfolgreichsten Kunstbücher für attraktive zwanzig Euro neu aufgelegt. Für Fotografieinteressierte sei insbesondere auf On Fashion Photography von Peter Lindbergh hingewiesen und Four Books von Wolfgang Tillmans. Letzteres ist, genau genommen, sogar eine Neupublikation, denn Tillmans hat hier vier seiner früheren Bücher um einige Fotografien ergänzt und das Ganze in einem Band zusammengefasst.

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