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Corona hält weiterhin alles fest im Griff. Während sich in früheren Jahren im April bereits Touristenmengen durch die Stadt schoben und über die Osterfeiertage die meisten Hotels ausgebucht waren, herrscht nun gähnende Leere. Restaurants und Cafes bleiben geschlossen, der Einzelhandel ist noch immer stark eingeschränkt und unterliegt wechselnden Öffnungsbedingungen. Auch an normalen Wochentagen wirkt das Kranzlereck mitunter wie an einem frühen Sonntagmorgen.

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Ein älterer, weißhaariger Mann auf der Berliner Mauer. Vorsichtig, Schritt für Schritt, tastet er sich voran. Es ist im August 1986, als der 68jährige kanadische Friedensaktivist John Runnings anlässlich des 25. Jahres des Mauerbaus am Potsdamer Platz auf das nahezu vier Meter hohe Ungetüm steigt und auf ihm mehrere hundert Meter auf den Übergang Checkpoint Charlie zusteuert. Für die einen war es eine mutige Aktion, für andere eine Provokation. Für manche auch nur ein interessantes Sommerereignis.

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Im Westen nimmt der Kurfürstendamm seinen Anfang am Rathenauplatz in Halensee. Auf dessen Mittelinsel befindet sich seit 1987 die Skulptur Zwei Beton Cadillacs in Form der nackten Maja von Wolf Vostell. Sie wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins installiert und führte damals zu erregten Debatten. Schließlich ging es bei dem Werk um die Infragestellung des Autos als Goldenem Kalb. Heute regt sich kaum noch jemand über die Skulptur auf. Die kritische Sicht auf die Zukunft des Verkehrs wird von vielen geteilt.

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In Zehlendorf trennt sich die Trasse der ehemaligen Stammbahn, der ersten preußischen Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Potsdam, von der bis dahin parallel verlaufenden Wannseebahn und führt auf einem direkten Weg zum Ziel. Anders die Wannseebahn, die auf Betreiben wohlhabender Kreise 1874 zusätzlich in Betrieb genommen wurde, um in einem weiten Bogen die neuen Villengegenden am Schlachtensee, in Nikolassee und in Wannsee zu erschließen.

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Anlässlich des 40jährigen Bestehens hat der Verlag TASCHEN als Jubiläumsedition eine Reihe seiner erfolgreichsten Kunstbücher für attraktive zwanzig Euro neu aufgelegt. Für Fotografieinteressierte sei insbesondere auf On Fashion Photography von Peter Lindbergh hingewiesen und Four Books von Wolfgang Tillmans. Letzteres ist, genau genommen, sogar eine Neupublikation, denn Tillmans hat hier vier seiner früheren Bücher um einige Fotografien ergänzt und das Ganze in einem Band zusammengefasst.

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Im Januar hieß es, der Lockdown solle bis Mitte Februar andauern. Daraus wurde nichts. Die meisten Geschäfte und alle Restaurants sind weiterhin geschlossen. Dafür kam der Schnee und legte sich für mehrere Tage über die Stadt. Die Leere des Kurfürstendamms wirkte in ihrer weißen Harmlosigkeit nun noch intensiver. Nach wenigen Tagen jedoch kehrte das triste Grau der Realität zurück, auch wenn die letzte Woche des Monats viele sonnige Momente und Wärme brachte.

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Eine der ersten Eisenbahnlinien des 19. Jahrhunderts verknüpfte Berlin mit Potsdam. Noch immer wird die Strecke Stammbahn genannt. Teile der stillgelegten Trasse verlaufen parallel zur S-Bahn oder sind an anderer Stelle als früherer Schienenweg zumindest erkennbar. Teilweise führt dieser durch unwegsames Waldgebiet. Die Gleise sind dort demontiert und die Strecke ist lediglich aufgrund verstreut liegender Schottersteine zu erahnen.

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Die Stadtplanung der sechziger und siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat zahlreiche Monstrositäten hervorgebracht, etwa die Brücke über dem Breitenbachplatz. Mit der Zielsetzung einer autogerechten Stadt zerstörte man Vorhandenes und schuf eine brutale Verkehrsführung. Im Übrigen wurde in jener Zeit in West-Berlin mehr städtebauliche Substanz vernichtet als durch den Zweiten Weltkrieg. Alexander Mitscherlich sah sich schon 1965 veranlasst, von der Unwirtlichkeit unserer Städte zu sprechen.

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Ein verwaister Boulevard. Die meisten Geschäfte geschlossen, keine Bewirtung in den Restaurants und Cafes. Eine Stadt im Lockdown. In einigen Schaufenstern noch Reste der Weihnachtsdekoration. Freie Fahrt auf dem Bürgersteig für radelnde Kinder im Monsterkostüm. An vielen Stellen Botschaften für potentielle Kunden. Abstand halten, Masken tragen. Hinweise zum online Shopping. Einige Geschäfte haben schon aufgegeben, andere stehen offenbar vor der Schließung. Warten auf bessere Zeiten.

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Die Retrospektive Joel Meyerowitz. Why Color? hat vor drei Jahren im C/O Berlin die Ausnahmestellung des inzwischen über achtzigjährigen New Yorker Fotografen eindrucksvoll unterstrichen. Entgegen dem Trend der künstlerischen Fotografie in den 60er Jahren arbeitete er damals überwiegend mit dem Farbfilm, um so der schwarzweißgrauen Tonwertreduktion eine leuchtende Welt gegenüberzustellen. Der Alltag der Straße biete, so seine Begründung, jede Menge überraschender Momente, die durch ihre farbliche Wiedergabe eine besondere Lebendigkeit erhalten.