von Ulrich Metzmacher

Die Kant-Garagen. Ein Stück Zeitgeschichte

In der Berliner Kantstraße befindet sich die älteste noch erhaltene Hochgarage Europas mit doppelter Wendeauffahrt. Erbaut in den Jahren 1929/1930, war sie bis in die jüngste Zeit vollständig im Betrieb. Nun soll sie umgewidmet und für andere Zwecke hergerichtet werden. Der Berliner Fotograf Klaus Wazlak hat die letzten Tage der ursprünglichen Kant-Garagen festgehalten. Ein Bildband zeigt einige ihrer architektonischen Facetten und dokumentiert impressionistisch die nun zu Ende gehende Epoche dieses bedeutsamen Bauwerkes.

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von Ulrich Metzmacher

Alec Soth - Storytelling in den Deichtorhallen

Von einer höchst empfehlenswerten Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen ist zu berichten, eigentlich sogar einer Doppelausstellung. Einmal ist der Fotograf Peter Bialobrzeski mit Die zweite Heimat vertreten und dann der herausragende Alec Soth mit Gathered Leaves. Die Deichtorhallen zeigen hiermit einmal mehr, dass sie zur ersten Adresse der auf Fotografie spezialisierten Ausstellungsorte gehören.

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von Ulrich Metzmacher

Faktenwahrheit und moralische Wahrheit

Der Fotograf und zeitweilige Präsident von Magnum, Stuart Franklin, hat in dem Buch The Documentary Impulse seine Erfahrungen mit der Reportagefotografie zusammengefasst. Es handelt sich aber um weit mehr als eine Erörterung ethischer und sozialer Aspekte des tageaktuellen Fotojournalismus, sondern das Buch beleuchtet darüber hinaus einige grundsätzliche Fragen des Verhältnisses von Wirklichkeit und ihrem fotografischen Abbild.

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von Ulrich Metzmacher

"Formalismus ist alles"

Bevor es in einem nächsten Blogbeitrag mit Nietzsche und der Fotografie weitergeht, soll aktuell von einer kürzlich eröffneten Ausstellung der amerikanischen Fotografin Jan Groover in Bremen berichtet werden. Die 1943 in New Jersey geborene Groover zählt zur ersten Generation der zeitgenössischen Fotografinnen und Fotografen, denen der Durchbruch in die etablierte Kunstszene gelang. Ein Titelbild im amerikanischen Magazin Artforum International im Jahr 1979 sowie eine große Einzelausstellung im New Yorker MoMA 1987 zeugen davon.

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von Ulrich Metzmacher

Documenta reloaded

Die aktuelle Documenta 14 gibt Anlass, noch einmal einen Blick auf die Vorgängerveranstaltungen zu werfen. Wann eigentlich begann man, die Fotografie als emanzipierten Bestandteil der zeitgenössischen Avantgardekunst zu akzeptieren und in die Kasseler Olympiade aufzunehmen? Die Vermutung liegt nicht fern, dass es die vierte Documenta im symbolischen Jahr 1968 der westeuropäischen Kulturrevolution gewesen sein könnte

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von Ulrich Metzmacher

Jenseits des urbanen Blicks

Einige Wandertage am anderen Ende der Republik, zunächst im Odenwald, dann am Feldberg im Schwarzwald, haben mich kürzlich für eine gesunde Zeit vom heimischen Schreibtisch und dem gewohnten Denkumfeld ferngehalten. Urlaub eben. Statt Metropolenkultur und großstädtischer Hektik von einem Tag auf den anderen Roggenfelder, blühende Wiesen, dunkle Wälder und idyllisch erscheinende kleine Städtchen. Schon nach kurzer Zeit, so die Erfahrung, verändert sich auch das fotografische Denken und man beginnt, sich auf das neue Umfeld einzustellen.

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von Ulrich Metzmacher

Minimalismus, Konzeptkunst und Fotografie

Im Hamburger Bahnhof in Berlin werden gegenwärtig Werke der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven gezeigt. Konzept bedeutete für Darboven insbesondere ein stringent durchgehaltenes Muster von grafisch umgesetzten Zahlensystemen, das für Zyklisches und gleichsam Vergängliches steht. Akribisch werden die Ereignisse einer bestimmten Zeitspanne numerologisch reduziert und mitunter durch Fotografien, etwa in Form von Postkarten, ergänzt.

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von Ulrich Metzmacher

Die imaginäre Fotografie

Es wird heute ein wenig anstrengend. Wir stellen uns nämlich eine Fotografie vor, die es nicht wirklich gibt. Sie zeigt einen Stapel Leinwände, exakt ausgerichtet und von der Seite aufgenommen. Wir sehen lediglich die aufeinander liegenden Ränder der Keilrahmen. Die Fotografie trägt den Titel Abbildung eines Kunstobjektes mit dem Namen Bildersturm. Es geht im Folgenden um die Rekonstruktion der verschiedenen Informationsebenen, die unsere Vorstellung dieser (imaginären) Fotografie begleiten.

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von Ulrich Metzmacher

Der Rückstoß der Kamera

Der Regisseur Wim Wenders ist nicht nur als Meister der Filmkunst bekannt, sondern hat sich auch als Fotograf einen Namen gemacht. Davon zeugt eine Reihe von Fotobüchern, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Überwiegend sind es Bilder von Reisen, die wie nebenbei aufgenommen wirken, aber in der Gesamtheit den Charakter einer Chronik bekommen. In sparsamen lyrischen Worten beschreibt Wenders darüber hinaus seine Einstellung gegenüber der Fotografie, etwa in dem Fotobuch Einmal.

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von Ulrich Metzmacher

Die klassische Moderne im Original

Wenn wir die Gelegenheit bekommen, Originalfotografien der Avantgardekünstler der Zwanziger Jahre zu betrachten, stellen wir nicht selten eine technische Qualität fest, die nicht unbedingt heutigen Maßstäben entspricht. Mal sind es offenbar unbeabsichtigte Unschärfen, mal flaue Ausbelichtungen, nicht zuletzt auch die kleinen Präsentationsformate, aufgrund derer sich diese Fotografien eindeutig einer vergangenen Epoche zuordnen lassen. Gleichwohl üben sie bis heute eine besondere Faszination aus.

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