von Ulrich Metzmacher

Bilder vom Reisen

Unterwegs und besonders in der Fremde wird fotografiert, was das Zeug hält. Schon lange vor der Digitalfotografie und den Unmengen an Smartphonebildern war dieses Phänomen allgegenwärtig. Das mit imitiertem Leder ummantelte Fotoalbum alter Schule, bestückt mit allerlei Aufnahmen von sonntäglichen Ausflügen, Geburtstagsfeiern und vor allem Urlaubsreisen, zeugte davon.

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von Ulrich Metzmacher

Auf nach Wittenberg!

Kann das mal jemand stoppen? Nein, wohl nicht, um gleich eine Antwort zu geben. Es läge einzig am Publikum, die Dinge durch Nichtbeachtung so zu behandeln, dass sie sich ungesehen totlaufen. Aber das ist unwahrscheinlich. Worum geht es? Es ist die Kunstgigantomanie, die im Jahr von Biennale und Documenta fröhliche Exzesse feiert und mit dem Kommerz im Nacken sowie Kohle im Hirn die Umsätze antreibt.

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von Ulrich Metzmacher

Die Wahrheit der Bilder

Die in Platons Höhlengleichnis dargestellte Szene wird häufig mit dem Vorgang des Fotografierens verglichen. Während in der Höhle Schatten an die Wand geworfen und von den Gefangenen als einzig vorhandene Wirklichkeit betrachtet werden, weil sie über keine Vorstellung von der Existenz der schattenwerfenden Gegenstände verfügen, so wird das in einer Fotografie Dargestellte als Realitätsbeweis angesehen, obwohl es sich lediglich um ein bedrucktes Blatt Papier oder ein Monitorbild handelt.

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von Ulrich Metzmacher

Heureka – die perfekte Fotografie

Wer kennt das nicht, da hat man eine Aufnahme gemacht und ahnt instinktiv, das könnte etwas geworden sein. Oder, wohl noch häufiger, man sieht bei der Bearbeitung am Monitor spontan, da lässt sich etwas draus machen. Mitunter sind es aber auch die langsamen Bilder, bei denen sich erst nach und nach ein positives Gefühl aufbaut. Und manchmal braucht es noch länger, bis überhaupt bemerkt wird, dass man immer wieder zu einer bestimmten Fotografie zurückkehrt.

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von Ulrich Metzmacher

Scharf denken oder scharf fotografieren?

Der Akt des Fotografierens modelliert aus den, für sich allein genommen, sinnlosen Lichtreizen, die den Film oder den Sensor erreichen, ein Bild. Aus Unordnung wird Ordnung, es entsteht eine erkennbare und verstehbare Struktur, es entsteht Sinn. Der manifestierte Lichtreiz wird erst hierdurch zum Bild. Dieses bringt Dinge miteinander in Beziehung, und es erschließt sich dem Betrachter die, oder zumindest eine mögliche, Bedeutung des Abgebildeten.

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von Ulrich Metzmacher

Du sollst Dir kein Bildnis machen!

Der Blogbeitrag „Vom Selbst zum Bilderverbot“ vor zwei Wochen hat unter anderem die Frage nach der Bedeutung des aus verschiedenen Religionen bekannten Verbotes einer Verbildlichung Gottes ausgelöst. Es geht auch hier offenbar um einen bestimmten Aspekt der Macht von Bildern. Diese können Einstellungen und Gefühle verstärken, sie können vielleicht sogar Handlungen auslösen, aber sie sind eben auch dazu angetan, komplexe Dinge zu versimpeln und damit potentiell Schaden anzurichten.

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von Ulrich Metzmacher

Wolfgang Tillmans in der Tate Modern

„I had to completely re-learn how to make pictures.“ So fasste Tillmans einmal die Herausforderungen zusammen, die sich durch die digitale Fotografie ergaben. Er selbst hat sich systematisch erst relativ spät mit ihr beschäftigt und unmittelbar verstanden, dass es nicht nur um die Berücksichtigung neuer technikbedingter Aspekte ging. Wer sich mit den Entstehungsbedingungen des fotografischen Bildes befasst, kommt um die Auseinandersetzung mit den Folgen dieses gravierenden technologischen Paradigmenwechsels nicht herum.

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von Ulrich Metzmacher

Wir nehmen kein Bild, wir machen es

Gerät man in eine unübersichtliche Situation, neigt man dazu, sich vor dem weiteren Agieren erst einmal ein Bild von der Lage zu machen. Das Machen beschreibt recht genau, um was es geht, nämlich die Strukturierung der zunächst unklaren Eindrücke, bis das Ganze einen Sinn bekommt. Dieser ergibt sich eben nicht allein aus der Situation, sondern wird durch unsere Zuschreibung generiert. Wir interpretieren die Lage, machen uns ein Bild und geben dem Ganzen eine Bedeutung.

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von Ulrich Metzmacher

Vom Selbst zum Bilderverbot

Es gibt Menschen, die an keinem Spiegel, keiner Schaufensterscheibe vorbeigehen, ohne einen prüfenden Blick auf das eigene Bild zu werfen. Ob sich dahinter Selbstverliebtheit oder Unsicherheit verbirgt, offenbar wirkt ein unwiderstehlicher Automatismus. Gemeint ist nicht die Kontrolle der morgendlichen Rasur oder der kurze Check vor einem wichtigen Gespräch, sondern die zwanghafte Suche nach dem eigenen Abbild.

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