von Ulrich Metzmacher

Das schnelle Bild und der lange Atem

In den vergangenen Jahren ist viel über die Bedeutung des Wandels von der analogen zur digitalen Fotografie geschrieben worden. Im Zentrum der Betrachtungen stand meist die Ablösung der traditionellen Technik, die durch die Gravur der von den Objekten abgestrahlten Lichtreize in eine Filmschicht gekennzeichnet war, durch die im Vergleich hierzu flüchtige Speicherung des Bildes auf einem Sensor. Aber es gibt weitere Folgen: Bei der analogen Fotografie benötigt man von der Aufnahme bis zum fertigen Bild einen langen Atem. Dies ist bei der digitalen Technik nicht der Fall. Das Bild kann unmittelbar nach der Aufnahme auf dem Kameramonitor oder dem Smartphone betrachtet werden.

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von Ulrich Metzmacher

Gutes böses Instagram

Die sogenannten Sozialen Medien dienen in der Regel der positiven Selbstdarstellung, ob nun bei der eigenen Performance im öffentlichen Attraktivitätswettbewerb, bei Influencer-Kampagnen im Konsum- und Meinungsbereich oder beim guten alten Produktmarketing. Glaubt da noch jemand, die Internetmedien seien lediglich nette Spielzeuge, deren uneigennütziger Sinn darin besteht, als Surrogat für die im richtigen Leben anstrengend gewordenen sozialen Beziehungen zu dienen?

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von Ulrich Metzmacher

Frauen im Handwerk

Die Berliner Fotografin Regine Peter hat eine Serie von Bildern mit handwerklich tätigen Frauen geschaffen. Sie trägt den Titel Weil wir das können! Gezeigt werden keine Portraits klassischer Frauenberufe, etwa der Bekleidungs-, Nahrungsmittel- und Kosmetikbranche, sondern Aufnahmen aus jenen Bereichen, von denen früher viele dachten, es handele sich um exklusive männliche Domänen. Hier wird zum Beispiel auf Dächer gestiegen, geschmiedet und bestattet. In einem Interview beschreibt Regine Peter, wie sie das Projekt entwickelt und umgesetzt hat. Ihre Aufnahmen sind in Berlin gegenwärtig in einer Ausstellung zu sehen.

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von Ulrich Metzmacher

Handelsware Fotografie

Die in vielen Galerien und Museen gezeigte zeitgenössische Fotokunst zeigt sich oftmals beeindruckend großformatig. Allein hierdurch sowie aufgrund des damit verbundenen Herstellungsaufwandes setzt sie sich von der Massenware ab. Da die allgemeine Bilderflut inflationäre Ausmaße angenommen hat, können Fotografien wohl nur noch auffallen, wenn sie in irgendeiner, und sei es formaler Hinsicht außergewöhnliche Merkmale aufweisen. Aber auch der Kunstmarkt benötigt Fotografien mit solchen Eigenschaften.

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von Ulrich Metzmacher

Über die vielleicht etwas voreilige Aufgabe des Privaten

Solange es menschliche Gesellschaften gibt, existiert ein Spannungsverhältnis zwischen den kollektiven Anforderungen an den Einzelnen und dessen selbstbestimmten Behauptungen gegenüber seinem sozialen Umfeld. Individuum und Gesellschaft bilden gleichwohl zwei Pole, die nicht voneinander zu trennen sind. Ohne soziale Einbindung ist keine individuelle Entwicklung denkbar, aber eine Gesellschaft ohne Individuen ebenso wenig. Der freie Einzelne ist nur vergesellschaftet vorstellbar. Dies ist kein Widerspruch.

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von Ulrich Metzmacher

Stephen Shores visuelle Grammatik

Es gibt Bücher, die liest man im Laufe der Zeit ein zweites Mal oder nimmt sie sogar mehrfach aus dem Regal, um immer wieder Neues zu entdecken. Zu diesen Büchern gehört Das Wesen der Fotografie von Stephen Shore. Die Anziehungskraft lässt sich nicht, wie bei einem voluminösen Nachschlagewerk, durch den Umfang erklären. Der Text ist eher knapp gehalten. Vielmehr ist es die dichte Klugheit, die fasziniert und sich beim wiederholten Lesen immer mehr erschließt.

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von Ulrich Metzmacher

Fotografie nach der Postmoderne

Der in Norwegen geborene, heute überwiegend in Los Angeles lebende Torbjørn Rødland gilt als einer der interessantesten Gegenwartsfotografen. Das C/O Berlin widmet ihm zur Zeit eine höchst sehenswerte Ausstellung. Gezeigt werden Werke, die Rätsel aufgeben und potentielle Geschichten erzählen. Rødland offeriert diese als Angebote, über deren Sinngehalt der Betrachter frei entscheiden kann. Dazu bedarf es jedoch im Vergleich zur Masse der uns im Alltag umgebenden Bilder, die eher leicht zu decodieren sind, der Anstrengung eines zweiten Blicks.

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von Ulrich Metzmacher

Fake Image or Not?

Im Oktober des vergangenen Jahres machte die Mitteilung eines großen Herstellers von Grafikprozessoren Schlagzeilen, in der neue Möglichkeiten zur softwarebasierten Schaffung realistischer, jedoch ausschließlich vom Computer generierter Bilder, insbesondere Portraits, beschrieben wurden. Die New York Times hat den Stand der Dinge kürzlich noch einmal zusammengefasst. Danach sieht es so aus, dass wir künftig zunehmend mit überzeugenden Darstellungen von Menschen, aber auch von unbelebten Objekten konfrontiert werden, die nicht mehr wirklichkeitsaffines Abbild sind, sondern von Maschinen mit künstlicher Intelligenz generiert wurden.

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von Ulrich Metzmacher

Nahe beim Menschen

Seit dem Aufkommen handlicher, schneller Kleinbildkameras in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat die Straßenfotografie einen stetigen Aufschwung genommen und bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. In einem Interview beschreibt der Berliner Straßenfotograf Sebastian Jacobitz, welchen Weg er für sich gefunden hat und wie er die Zukunft dieses Genres einschätzt.

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von Ulrich Metzmacher

Rezension: Edward Westons kompromisslose Fotografie

Einer der stilprägenden Wegbereiter der modernen Fotografie des Zwanzigsten Jahrhunderts war Edward Weston. Seine Arbeiten entsprangen, wie Ansel Adams es einmal nannte, einer tiefen Intuition, die den Kräften des Abgebildeten außerhalb des Faktischen nachspürt und sie in eine bildliche Symbolsprache übersetzt. Viele von Westons Fotografien wirken vielleicht gerade deshalb so zeitlos. Jenseits aller Überlegungen zu den klassischen Gestaltungsregeln vermitteln die Formen und Flächenproportionen seiner Bilder eine unmittelbare Evidenz, der man sich kaum entziehen kann.

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