12. Januar 2026

Design im Nationalsozialismus

Die Annahme, dass ab 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein radikaler Bruch in der deutschen Designgeschichte stattfand, lässt sich nicht ohne Einschränkung aufrechterhalten, denn es gab zwischen der Formensprache des Bauhauses sowie der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre einerseits und der Gestaltung von Gebrauchsgütern im Dritten Reich auf der anderen Seite durchaus einige Parallelen. Die Verbindungslinie verlief dabei nicht über Ideologien, sondern über Gestaltungsprinzipien, Produktionslogiken und funktionale Anforderungen. Erkennbar sind formale Kontinuitäten bei gleichzeitiger ideologischer Diskontinuität.

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Im GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

Lichteinfall durch die Kirchenfenster des Klosters Stift zum Heiligengrabe

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Gedanken zum fotografischen Bild

Trotz der Masse an Fotografien, die uns täglich begegnen, hält ein empathisches Interesse an dem in die Jahre gekommene Medium an. Das statische Bild bedient offenbar neben allen Flimmereien auf den Bildschirmen ein Bedürfnis nach dem Fixierten, in Ruhe Betrachtbaren. Sein Wahrheitsversprechen mag Täuschung sein, und dennoch wollen wir nicht auf den Blick verzichten. Auch die Kunstwelt hat dies längst erkannt.

Die insgesamt möglichen Perspektiven zur Charakterisierung der Fotografie lassen sich kaum aufzählen. Und auch eine theoretische Zusammenbindung ist nicht vorstellbar. Mehr als Plausibilitäten und der Versuch einer Annäherung an ihre Eigenheiten sind nicht zu erwarten. In den Essays wird die Thematik von verschiedenen Ausgangspunkten her umkreist. Mal wirkt die Fotografie wie ein geschwätziges Medium, mal wie elitäre Kunstbemühung. Alle Gedanken hierzu müssen fragmentarisch bleiben. Unter diesen Umständen mag sich jeder und jede selbst ein Bild machen, um im Jargon der Fotografie zu bleiben.

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