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In Europa halten die Proteste nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd an. Viele Menschen gehen auf die Straße, historische Statuen von Unterstützern des Sklavenhandels werden auch hier in Frage gestellt oder gestürzt, die Feuilletons der Zeitungen befassen sich mit dem offenen und latenten Rassismus. Nur die Vertreter des Humboldt Forums, das sich die Bearbeitung des deutschen Kolonialismus und seiner Folgen auf die Fahnen geschrieben hat, schweigen. Man ist dort offenbar an mentale Grenzen geraten und in erster Linie mit der Schlossbaustelle sowie mit dem goldenen Kreuz auf dem Dach der Attrappe beschäftigt.

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Am 21. August 1838 starb in Berlin der Dichter und Gelehrte Adelbert von Chamisso. Er hinterließ ein Werk, das den Bogen spannt von romantischen Naturschilderungen über ethnologische Studien bis hin zu sozialkritischen Beiträgen zu Erscheinungen seiner Zeit. Heute, mitunter ein wenig unterschätzt, darf man ihn zu den Zeugen einer aufklärenden Literatur zählen, dem Kunst und Zeitdiagnose nicht als widerstrebende Diskursformen galten, sondern als geschwisterliche Erscheinungen eines epochalen Emanzipationsprojektes.

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Wer nicht die Gelegenheit hatte, im Jahr 2014 die große Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen, kann dies nun nachholen und die Werkschau Ute Mahler & Werner Mahler in der Kunsthalle Rostock besuchen. Man bekommt eine großartige Sicht auf die Vielfalt einer nur auf den ersten Blick dokumentarisch wirkenden Fotografie geboten, die bei genauerem Hinschauen ein starkes subjektives Moment beinhaltet.

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Das nennt man fröhlichen Optimismus: Brachland. Zaun. Plattenbau. Und dazu gute Laune. Da der Reißverschluss des Wandbildes einiges offenlässt, wird die Idee der Brustwarzen, egal ob männlich oder weiblich, durch eine Kindersonne und eine Kuh markiert. Oder, wenn der Blick ein wenig tiefer rutscht, durch eine Leitersteigerin sowie einen etwas bemühten Seilartisten. Aber geht der Reißverschluss nun hoch oder runter? Und was bedeutet der Luftballon mit der Aufschrift iNKE? Man darf phantasieren und sich ein großes L am Anfang hinzudenken.

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Nicht allzu häufig geschieht es, dass sich Künstler schon zu Lebzeiten um die eigene Verewigung in Gestalt eines Museumsneubaus bemühen. Man mag das für Eitelkeit halten, es gibt dafür aber auch rationale Gründe. Das Eisen will schließlich geschmiedet werden, solange es noch heiß ist. Oder, mit einer anderen schrägen Metapher: Gerät ein Stern erst einmal in den Sinkflug, ist es vorbei mit dem öffentlichen Wohlwollen und dem der politischen Entscheider und Entscheiderinnen. Da muss vorausschauend gehandelt werden.

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… jedenfalls hinsichtlich der Fotografie. Das Jahr des hundertjährigen Bauhaus-Jubiläums neigt sich dem Ende zu und wir haben eine Menge gesehen und gelernt. Da gibt es die großen Ausstellungen in der Berlinischen Galerie und in den Bauhaus Museen Dessau und Weimar, daneben Begleitendes wie etwa im Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale mit der Ausstellung Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK sowie im Kunstmuseum Magdeburg und im Museum Ludwig in Köln.

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Sie gilt heute als erste professionelle Bauhaus-Fotografin. Lange Zeit hatte man dies nicht erkannt und das Begriffspaar Bauhaus und Fotografie in erster Linie mit ihrem damaligen Ehemann László Moholy-Nagy assoziiert. Dabei war es Lucia Moholy, die viele der uns heute vertrauten Aufnahmen von Produkten mit dem klassischen Design und der Dessauer Bauhaus-Architektur schuf. Gropius war sich ihrer Bedeutung für die Vermarktung und das Image der Schule jedenfalls bewusst.

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Das Bauhaus Museum in Weimar hat seit der Eröffnung im April eine Reihe unterschiedlicher Reaktionen ausgelöst. Folgt man den Kritikern, steht man entweder vor einem machtversessenen Klotz, einem minimalistischen Monolithen oder einer idealen Hülle. Zu diskutieren wäre dann noch das Verhältnis des neuen Bauwerks zu seinen Nachbarn sowie der Inhalt selbst, die Ausstellung zu den Bauhausjahren 1919 bis 1925.

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Die Zukunft wird zeigen, ob sich Dessau mit dem neuen Bauhaus Museum in dieser Form einen Gefallen getan hat. Bei nur 30 Millionen Euro Baukosten für einen solch gewaltigen Baukörper an exponierter Stelle der Stadt darf man natürlich keine Wunderdinge erwarten. Aber es stellt sich bei einer ersten Spontanbeurteilung schon die Frage, ob ein wenig mehr nicht besser gewesen wäre. Weiteres Nachdenken wird eine solche Überlegung jedoch relativieren.

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Neben den großen Präsentationen anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Bauhauses in der Berlinischen Galerie und im neuen Bauhaus Museum Dessau ist gerade für die Fotografie unbedingt auch die Ausstellung Moderne.Ikonografie.Fotografie im Kunstmuseum Magdeburg zu empfehlen. Hier geht es nicht nur um die Bauhauszeit selbst, sondern auch um die daran anknüpfende Nachkriegsfotografie sowie zeitgenössische junge Fotokünstlerinnen und Künstler, die nach der Aktualität des Avantgardistischen aus den Zwanziger Jahren fragen.