Kunst nach dem Internet

Veröffentlicht am:

Vor wenigen Jahren tauchte in den Feuilletons und Magazinen der Begriff Post Internet Art auf. Offenbar gab es eine gewisse Sättigung, was die bis dahin etablierten Formen internetbasierter Kunst anbelangte. Was nicht im Netz gezeigt wird oder dort schnell wieder untergeht, hat es schließlich schwer, überhaupt wahrgenommen zu werden. Da musste etwas Neues her. Nicht zuletzt ging es dabei auch ums Geldverdienen.

Weiterlesen …

Projektionen, Bedrohung und Poesie

Veröffentlicht am:

Die Berlinische Galerie zeigt gegenwärtig mit Gier Angst Liebe das Werk der konsequent in Konzeptform denkenden Fotografin Loredana Nemes. Ihre sechs Serien der vergangenen Jahre sind Ergebnis akribischer Arbeit. Der Einsatz der analogen Großbildkamera lässt inszenierte Bilder entstehen, die sich radikal von der schnellen Massenware abheben. Innerhalb der künstlerischen Fotografie zeigt Nemes dabei trotz aller Unterschiedlichkeit der verschiedenen Projekte eine sehr eigene Handschrift.

Weiterlesen …

Wahrhaftigkeit in der dokumentarischen Fotografie

Veröffentlicht am:

Als Ergänzung zum letzten Blogbeitrag soll im Folgenden der Frage nachgegangen werden, wie sich unter Zuhilfenahme des Sinnbegriffs die mit dokumentarischem Anspruch antretende Fotografie von anderen, freieren Formen abgrenzen lässt. Hieraus mag sich eine Definition ergeben, die das Spezifische dieses Genres betont. Wahrhaftigkeit wird dabei vom schwierigen Begriff Wahrheit zu unterscheiden sein.

Weiterlesen …

Chaos und Sinn im fotografischen Bild

Veröffentlicht am:

Diffusion von Realitäten, Schaufensterdurchblicke oder Spiegelungen zum Beispiel. Vermischungen von Dingen, die erst einmal nichts miteinander zu tun haben. Aber was heißt das, miteinander zu tun haben? Gemeint sind ja nicht physikalische Wirkungen. Hier eine Ursache, dort eine Reaktion. Nein, im fotografischen Bild sind es vielmehr Berührungen von Flächen, die eine Zusammengehörigkeit von Elementen suggerieren. Es genügen aber auch Bezüge im Denken des Betrachters, und die Dinge stehen plötzlich auf der Erscheinungsebene in Beziehung miteinander.

Weiterlesen …

Jeff Wall in Mannheim

Veröffentlicht am:

Die Mannheimer Kunsthalle kann sich rühmen, einer der symbolträchtigsten Orte der modernen Kunst im Zwanzigsten Jahrhundert zu sein. Im Jahr 1925 fand hier die von Gustav Friedrich Hartlaub kuratierte Ausstellung Neue Sachlichkeit statt, die der teils verwirrten, teils begeisterten Öffentlichkeit programmatisch das Konzept der damaligen Avantgarde vorstellte. Nahezu ein Jahrhundert später ist es die Kunsthalle selbst, genauer, der hinzugefügte Neubau, der viel Begeisterung auslöst. Die Eröffnungsausstellung ist dem Fotografen Jeff Wall gewidmet.

Weiterlesen …

Die Fiktion vom Stillstand der Dinge

Veröffentlicht am:

Paradoxerweise erinnert die Fotografie durch ihre Statik an die Eigenheit alles Wirklichen, in ständiger Bewegung zu sein. Meistens ist das auch unmittelbar einsichtig. Wir wissen, dass eine Fotografie immer nur eine Momentaufnahme dynamischer Ereignisse ist. Veränderungen können aber ebenso in extremer Langsamkeit stattfinden, so wie das Faulen des Apfels oder das Rosten eines Eisengitters. Stets handelt es sich um Vorgänge mit permanenter Wandlung, so dass letztlich auch die statische Wahrnehmung des Apfels oder des Gitters bei radikaler Betrachtung eine Fiktion ist.

Weiterlesen …

Heinrich Heine und das kunstlose Bild

Veröffentlicht am:

Begriffe wie Fotografie oder auch Photographie tauchen in den Werken des großen Dichters und begnadeten Polemikers Heinrich Heine nicht auf. Es gab sie zu seiner Zeit schlichtweg noch nicht. Heine verwendete, und dies auch nur an ganz wenigen Stellen, lediglich den Ausdruck Daguerreotypie. Die sporadische Erwähnung lässt vermuten, dass er die damals neue Technik zur Herstellung mechanischer Bilder zwar wahrgenommen hat, jedoch nicht ahnte, welche Bedeutung sie im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus bekommen sollte.

Weiterlesen …

Fotografie als Poesie

Veröffentlicht am:

Dem kürzlich in LensCulture veröffentlichten Interview mit Alec Soth wurde ein Zitat des Magnum Fotografen und Fotokünstlers vorangestellt, das mit einigen liebgewonnenen Vorstellungen aufräumt. Es ging dabei um die Frage, wieweit wir beim Fotografieren von Klischees geprägt sind und ob es sich hierbei um eine negative Begleiterscheinung der eigenen kulturellen Gebundenheiten handelt. Müssen wir wirklich immerzu Neues außerhalb der vorhandenen Sehgewohnheiten schaffen wollen?

Weiterlesen …

Zeitreise sechster Teil

Veröffentlicht am:

Wir setzen die Zeitreise anhand der Auswertung unseres alten analogen Fotoarchivs fort und befinden uns im West-Berlin des Jahres 1986. Besonderes Merkmal der Stadt war ihre politische Lage, an die man durch die umschließende Mauer täglich erinnert wurde. Niemand jedoch ahnte zu dieser Zeit, dass es nur noch wenige Jahre bis zu ihrem Fall sein würden. Und dennoch, obwohl man sich mit der Situation notgedrungen irgendwie arrangiert hatte, geschahen Dinge, die das Unnormale der Situation in das Bewusstsein riefen.

Weiterlesen …

Die Frau in der Küche

Veröffentlicht am:

Wir betrachten das Bildnis einer Frau mit umgebundener Schürze, die mit verhalten skeptischem oder vielleicht auch kokettem Blick an der Kamera vorbei ein für uns nicht sichtbares Ziel fokussiert. Befindet sich dort, außerhalb des durch den Bildrahmen begrenzten Raumes, eine andere Person? Man könnte es vermuten. Erkennbar sind einige Haushaltsgegenstände, die Szene spielt in der Küche. Das Bild ist in Schwarzweiß gehalten und wirkt überlegt komponiert. Auch die Beleuchtung macht einen durchdachten Eindruck. Kaum vorstellbar, dass es sich um einen zufälligen Schnappschuss handelt.

Weiterlesen …