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In Zehlendorf trennt sich die Trasse der ehemaligen Stammbahn, der ersten preußischen Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Potsdam, von der bis dahin parallel verlaufenden Wannseebahn und führt auf einem direkten Weg zum Ziel. Anders die Wannseebahn, die auf Betreiben wohlhabender Kreise 1874 zusätzlich in Betrieb genommen wurde, um in einem weiten Bogen die neuen Villengegenden am Schlachtensee, in Nikolassee und in Wannsee zu erschließen.

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Anlässlich des 40jährigen Bestehens hat der Verlag TASCHEN als Jubiläumsedition eine Reihe seiner erfolgreichsten Kunstbücher für attraktive zwanzig Euro neu aufgelegt. Für Fotografieinteressierte sei insbesondere auf On Fashion Photography von Peter Lindbergh hingewiesen und Four Books von Wolfgang Tillmans. Letzteres ist, genau genommen, sogar eine Neupublikation, denn Tillmans hat hier vier seiner früheren Bücher um einige Fotografien ergänzt und das Ganze in einem Band zusammengefasst.

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Im Januar hieß es, der Lockdown solle bis Mitte Februar andauern. Daraus wurde nichts. Die meisten Geschäfte und alle Restaurants sind weiterhin geschlossen. Dafür kam der Schnee und legte sich für mehrere Tage über die Stadt. Die Leere des Kurfürstendamms wirkte in ihrer weißen Harmlosigkeit nun noch intensiver. Nach wenigen Tagen jedoch kehrte das triste Grau der Realität zurück, auch wenn die letzte Woche des Monats viele sonnige Momente und Wärme brachte.

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Eine der ersten Eisenbahnlinien des 19. Jahrhunderts verknüpfte Berlin mit Potsdam. Noch immer wird die Strecke Stammbahn genannt. Teile der stillgelegten Trasse verlaufen parallel zur S-Bahn oder sind an anderer Stelle als früherer Schienenweg zumindest erkennbar. Teilweise führt dieser durch unwegsames Waldgebiet. Die Gleise sind dort demontiert und die Strecke ist lediglich aufgrund verstreut liegender Schottersteine zu erahnen.

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Ein verwaister Boulevard. Die meisten Geschäfte geschlossen, keine Bewirtung in den Restaurants und Cafes. Eine Stadt im Lockdown. In einigen Schaufenstern noch Reste der Weihnachtsdekoration. Freie Fahrt auf dem Bürgersteig für radelnde Kinder im Monsterkostüm. An vielen Stellen Botschaften für potentielle Kunden. Abstand halten, Masken tragen. Hinweise zum online Shopping. Einige Geschäfte haben schon aufgegeben, andere stehen offenbar vor der Schließung. Warten auf bessere Zeiten.

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Die Retrospektive Joel Meyerowitz. Why Color? hat vor drei Jahren im C/O Berlin die Ausnahmestellung des inzwischen über achtzigjährigen New Yorker Fotografen eindrucksvoll unterstrichen. Entgegen dem Trend der künstlerischen Fotografie in den 60er Jahren arbeitete er damals überwiegend mit dem Farbfilm, um so der schwarzweißgrauen Tonwertreduktion eine leuchtende Welt gegenüberzustellen. Der Alltag der Straße biete, so seine Begründung, jede Menge überraschender Momente, die durch ihre farbliche Wiedergabe eine besondere Lebendigkeit erhalten.

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Die fotografische Sammlung des Museum of Modern Art gilt als einzigartig. Und einige Ausstellungen des MoMA wurden selbst zu Meilensteinen der Fotografiegeschichte. Neben The Family of Man (1955) zählt hierzu nicht zuletzt New Documents aus dem Jahr 1967 mit nicht einmal hundert Schwarzweißfotografien. Einen Katalog gab es damals nicht. Erst fünfzig Jahre später wurde eine Dokumentation zusammengestellt. Im Rückblick wird die paradigmatische Bedeutung der Ausstellung sichtbar.

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Im Jahr 2009 erschien in deutscher Übersetzung das Buch Unrast der späteren Nobelpreisträgerin für Literatur, Olga Tokarczuk. Als bequemen Roman mit eingängigem Handlungsstrang lässt es sich nicht lesen, eher als eine Montage verschiedener Genres. Mal sind es Reiseberichte der polnischen Autorin, mal Kurzgeschichten und Tagebuchnotizen. Oder Reflexionen zur Zeitgeschichte beziehungsweise Themen der Philosophie. Und immer wieder Überlegungen zur Reisepsychologie. Alles ist in Bewegung.

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Die Fotografie als Kunstform boomt. Das Interesse am Medium scheint größer als jemals zuvor. Dies schließt die kritische Reflexion ihrer Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen mit ein. Der Podcast Fotografie Neu Denken nimmt verschiedene Aspekte dieses Diskurses auf. In einem Gespräch mit fotosinn beschreibt der Fotograf und Herausgeber des Podcasts, Andy Scholz, seine Intentionen.

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Viele der alten Markierungen des Flughafens Tempelhof sind auch Jahre nach seiner Schließung noch immer gut erkennbar. Das Rollfeld sowie die Start- und Landebahnen sind voller Zeichen, die von den Piloten beim Anflug und auf der Rollbahn wegweisend gesehen werden konnten. Inzwischen reißt an vielen Stellen der Asphalt auf und die Natur kehrt zurück. Vergangenheit und Zukunft treffen aufeinander. Die Erinnerung an frühere Zeiten ist Bestandteil der Gegenwart. Die alten Zeichen werden jedoch mehr und mehr verschwinden.