von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (9)

Neid als zweite der sieben Todsünden scheint beteiligt, wenn man/frau danach trachtet, das als schmerzhaft empfundene Gefälle zwischen dem eigenen und dem fremden Haben zu schließen, indem das letztere herabgewertet, weggenommen oder vernichtet wird. Es kann sich dabei sowohl um materielle wie nichtmaterielle Dinge handeln. Neben dem giftigen Neid in Form von Missgunst gibt es einen konsumatorischen Neid, der Begehrtes auf eine allgemein als erlaubt empfundene Weise erlangen will, um sozial wohlgefällig die Lücke zwischen Haben und Wollen zu schließen.

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (8)

Hochmut als erste der sieben Todsünden ist beteiligt, wenn man/frau die eigene Sichtweise auf die Dinge dieser Welt als einzig zulässige auch von den anderen erwartet. Die Emanzipation von Mythen und starren Weltbildern seit Renaissance und Aufklärung schlägt um in Anmaßung oder gar Totalitarismus, wenn die gewonnene Freiheit exklusiv für das eigene Denken beansprucht, für die Übrigen jedoch durch den Zwang zur Übernahme der gleichen Weltsicht eingeschränkt wird.

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (7)

Bunga, Bunga, Bungalow. Tralala! Hey, was soll das? Nichts da mit low! Hier geht’s hoch her, wäre doch gelacht. Sex sells und sex for sale, Jahrmarkt für alles und für alle. Nun ja, für fast alle. Umsonst ist nur der Tod. Solange lasst es krachen, bis der letzte Penny futsch ist. Aber keine Sorge, Taler sind genügend da. Kommt her, Ihr Schönen! Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Das Leben ist zu kurz, um Trübsal zu blasen. Wir gehen erst, wenn die letzte Flasche reif für den Container ist.

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (6)

Ein Gedanke, der einfach nicht verschwinden will. Wie Eiter frisst sich das grüne Zeug durch die Zellen. Mal schmerzt es, dann tagelang Frieden. Alles wieder gut. Jedoch, die Ruhe täuscht. Am Ende erreicht die Plage auch den letzten Winkel des Hirns und des sorgsam gepflegten Leibes. Invidia bestimmt fortan den Tag, den folgenden Tag und alle Tage danach. Will das da haben! Brauche es unbedingt! Warum andere und nicht ich?

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (5)

Dort drüben gibt es noch etwas, hast Du gesehen? Nimm am besten gleich zwei von den Happen, die werden sowieso immer kleiner. Früher wurde man hier schneller satt. Und schau, da kommen uns welche mit kleinen Fläschchen entgegen. Wo haben sie die denn her? Wir müssen ganz nach hinten, an das Ende des Ganges. Drängel mal ein wenig, sonst ist alles weg. Und dann ab in die nächste Halle, sieh mal das Wappen da mit den Löwen. Dort gibt es sicherlich anständige Portionen. Eine Maß Bier wäre auch nicht schlecht. Bei mir jedenfalls geht noch was rein!

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (4)

Am Anfang ein leichtes Zerren, ganz tief, oder eher ein Grollen. Vielleicht ja nur Einbildung. War da wirklich etwas? Dann noch einmal. Nervenzucken? Nein, nein, da ist Tektonik im Spiel. Da wurde etwas verklemmt, verletzt. Hitzeanstieg, der Druck erhöht sich. Sodbrennen im Peridotit. Ignorieren? Einfach abwarten. Oder Gegenmittel einsetzen? Tief durchatmen, Blödsinn, das bringt nichts! Luft gegen Magma, keine Chance. Dafür ist es zu spät. Da will etwas aufbrechen, Vergeltung suchen. Nicht aufzuhalten. Erste Risse.

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (3)

Ihr sollt es einmal besser haben als wir. Deshalb seid sparsam, damit Ihr etwas habt in der Not. Nur wer den Cent ehrt, dem wird Reichtum beschert. Hütet Euch vor nutzlosen Dingen. Nie vergessen: Ein nicht ausgegebener Euro sind schon zwei Euro. Bringt das Geld zur Bank, um es vor Euch selbst zu schützen. Erst viele Federn machen ein schönes Bett. Ich werde eines Tages mein Leben glücklich beschließen können, wenn ich sicher sein darf, dass Ihr dies verstanden habt.

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (2)

Die träge Masse liegt in den Kissen und harrt der Dinge, die da kommen. Kommt nichts, geschieht nichts. Schon der Versuch des Versuchs, sich zu erheben, längst aufgegeben. Totale Entspannung, alles flimmert so schön. Equilibrium der Sensoren. Alles gut so! Keine Empörung mehr über die Dinge der Welt. Wo sind sie hin, die Gedanken, Pläne, Träume? Vergessen und verplempert, abgeschliffen in den Jahren und zu Sand zermahlen.

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von Ulrich Metzmacher

Die sieben Todsünden (1)

Abwärtsbewegung, extrem, im freien Niedergang. Kontrollverlust durch Gravitation. An Geltung verlieren, sinkende Werte. Stürzen, abstürzen, abnehmen, umkommen, verrecken. Von der Leiter. Aktien. Im Krieg. Aus allen Himmeln, allen Wolken, auf den Wecker, ins Auge, wie eine heiße Kartoffel in den Schoß. Apfel, nicht weit vom Stamm. Kopfüber. Kurse. Preise. Drastisch, massiv und plötzlich. Auseinander, lästig, leicht, schwer. Beil. Strick. Tür. Wind. Ab, an, auf, aus, be, durch, ein, ent. Hochmut. Fallsucht.

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von Ulrich Metzmacher

Starke Kontraste in Hamburg

In den Deichtorhallen und im Bucerius Kunst Forum werden gegenwärtig zwei Fotoausstellungen geboten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einmal ist da Michael Wolf mit Life in Cities und schon seit längerer Zeit zu sehen, jedoch nur noch bis Anfang 2019, Anton Corbijn mit THE LIVING AND THE DEAD. Auf dem Weg von der einen zur anderen Location durchquert man im Übrigen den Weihnachtsmarkt, auch das ein interessanter Effekt.

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