von Ulrich Metzmacher

Minimalismus, Konzeptkunst und Fotografie

Im Hamburger Bahnhof in Berlin werden gegenwärtig Werke der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven gezeigt. Konzept bedeutete für Darboven insbesondere ein stringent durchgehaltenes Muster von grafisch umgesetzten Zahlensystemen, das für Zyklisches und gleichsam Vergängliches steht. Akribisch werden die Ereignisse einer bestimmten Zeitspanne numerologisch reduziert und mitunter durch Fotografien, etwa in Form von Postkarten, ergänzt.

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von Ulrich Metzmacher

Die imaginäre Fotografie

Es wird heute ein wenig anstrengend. Wir stellen uns nämlich eine Fotografie vor, die es nicht wirklich gibt. Sie zeigt einen Stapel Leinwände, exakt ausgerichtet und von der Seite aufgenommen. Wir sehen lediglich die aufeinander liegenden Ränder der Keilrahmen. Die Fotografie trägt den Titel Abbildung eines Kunstobjektes mit dem Namen Bildersturm. Es geht im Folgenden um die Rekonstruktion der verschiedenen Informationsebenen, die unsere Vorstellung dieser (imaginären) Fotografie begleiten.

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von Ulrich Metzmacher

Der Rückstoß der Kamera

Der Regisseur Wim Wenders ist nicht nur als Meister der Filmkunst bekannt, sondern hat sich auch als Fotograf einen Namen gemacht. Davon zeugt eine Reihe von Fotobüchern, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Überwiegend sind es Bilder von Reisen, die wie nebenbei aufgenommen wirken, aber in der Gesamtheit den Charakter einer Chronik bekommen. In sparsamen lyrischen Worten beschreibt Wenders darüber hinaus seine Einstellung gegenüber der Fotografie, etwa in dem Fotobuch Einmal.

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von Ulrich Metzmacher

Die klassische Moderne im Original

Wenn wir die Gelegenheit bekommen, Originalfotografien der Avantgardekünstler der Zwanziger Jahre zu betrachten, stellen wir nicht selten eine technische Qualität fest, die nicht unbedingt heutigen Maßstäben entspricht. Mal sind es offenbar unbeabsichtigte Unschärfen, mal flaue Ausbelichtungen, nicht zuletzt auch die kleinen Präsentationsformate, aufgrund derer sich diese Fotografien eindeutig einer vergangenen Epoche zuordnen lassen. Gleichwohl üben sie bis heute eine besondere Faszination aus.

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von Ulrich Metzmacher

Die Vorderseite der Rückseite der Vorderseite

Kürzlich traf ich bei einem Besuch im Sprengel-Museum in Hannover auf die Arbeiten der Künstlerin Petra Kaltenmorgen, die sich mit den Übergängen zwischen Fotografie, Installation und Objektkunst befasst. Sie lotet dabei die Möglichkeiten des zweidimensionalen fotografischen Bildes aus, ohne dass man das Fehlen der dritten Dimension als Defizit versteht. Ganz im Gegenteil, gerade die Reduktion des Raumes auf die Fläche lädt zum Nachdenken über die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten des Realen sowie das Wesen des fotografischen Bildes ein.

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von Ulrich Metzmacher

Die Rolle der Fotografie - Eindrücke von der Documenta

Viel ist jetzt schon über die Documenta 14 geschrieben worden. Auch im Blogbeitrag vom 19. Juni gab es einige kritische Anmerkungen. Wir wollen aber gerecht bleiben. Und so erfolgt hiermit der Zusatz, dass es insgesamt eine recht beeindruckende Veranstaltung ist, deren Besuch sich in vielerlei Hinsicht lohnt. Nicht zuletzt die Partnerschaft mit Athen und das Grundthema der Documenta haben mich am Ende überzeugt.

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von Ulrich Metzmacher

Wohin geht die Fotografie?

Fragt man nach der künftigen Entwicklung der sich selbst künstlerisch verstehenden Fotografie, gibt es sicher keine eindimensionale Antwort. Sie hat sich über die Jahrzehnte hinweg ausdifferenziert in eine große Bandbreite unterschiedlicher Ausdrucksformen. Das ist gut so, und das wird auch so bleiben. Pluralität in jeglicher Hinsicht ist eine Bereicherung. Um jedoch einem Verrauschen im indifferenten Einerlei zu entgehen, rückt parallel hierzu die Reflexion des spezifischen Charakters der Fotografie wieder stärker in den Blickpunkt.

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von Ulrich Metzmacher

Auf nach Wittenberg!

Kann das mal jemand stoppen? Nein, wohl nicht, um gleich eine Antwort zu geben. Es läge einzig am Publikum, die Dinge durch Nichtbeachtung so zu behandeln, dass sie sich ungesehen totlaufen. Aber das ist unwahrscheinlich. Worum geht es? Es ist die Kunstgigantomanie, die im Jahr von Biennale und Documenta fröhliche Exzesse feiert und mit dem Kommerz im Nacken sowie Kohle im Hirn die Umsätze antreibt.

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von Ulrich Metzmacher

Wolfgang Tillmans in der Tate Modern

„I had to completely re-learn how to make pictures.“ So fasste Tillmans einmal die Herausforderungen zusammen, die sich durch die digitale Fotografie ergaben. Er selbst hat sich systematisch erst relativ spät mit ihr beschäftigt und unmittelbar verstanden, dass es nicht nur um die Berücksichtigung neuer technikbedingter Aspekte ging. Wer sich mit den Entstehungsbedingungen des fotografischen Bildes befasst, kommt um die Auseinandersetzung mit den Folgen dieses gravierenden technologischen Paradigmenwechsels nicht herum.

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