NEU: collage fotosinn

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Den Abschluss der gegenwärtigen Reihe mit Essays zu Theorie und Ästhetik der Fotografie bildet die collage fotosinn. Sie zeigt noch einmal, dass es nicht nur eine Sichtweise auf das Wesen der Fotografie gibt, sondern gänzlich unterschiedliche Betrachtungsmöglichkeiten. Aber selbst diese lassen sich nicht abschließend aufzählen. Alles muss Fragment bleiben, und eine Zusammenfassung sämtlicher Perspektiven ist nicht einmal theoretisch denkbar.

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Starke Kontraste in Hamburg

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In den Deichtorhallen und im Bucerius Kunst Forum werden gegenwärtig zwei Fotoausstellungen geboten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einmal ist da Michael Wolf mit Life in Cities und schon seit längerer Zeit zu sehen, jedoch nur noch bis Anfang 2019, Anton Corbijn mit THE LIVING AND THE DEAD. Auf dem Weg von der einen zur anderen Location durchquert man im Übrigen den Weihnachtsmarkt, auch das ein interessanter Effekt.

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Gerhard Richters Reflexion und Gestaltung von Realität

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Die Besinnung auf die bildmäßig ausgerichtete Fotografie ist ein wiederkehrendes Thema der vergangenen Jahre. Nostalgie ist dabei jedoch meist nicht angesagt. Eher geht es um Fragen einer handwerklich und künstlerisch ambitionierten Umsetzung ästhetischer Prinzipien und deren Abgrenzung zum fotografischen Massengeschehen. Daneben spielt der Diskurs zum Wesen und zum Stellenwert des fotografischen Bildes nach allen postmodernen Irrungen und Wirrungen eine Rolle, der man kaum ausweichen kann. Fotoausstellungen spiegeln häufig beide Aspekte wider.

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Fotografische Botschaften aus der Unterwelt

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Im Jahr 1997 erschien Don DeLillos grandioser Roman Unterwelt, ein Kaleidoskop der Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Facettenreich verbinden sich in dem Werk Alltägliches und Zeitgeschichtliches aus Politik, Sport und Kultur. Das multiperspektivische Gesellschaftspanorama wird so für die handelnden Akteure zu den unterschwelligen Hintergrundkoordinaten. Permanent wechselt DeLillo dabei die Sichtweisen, und auch die lineare Zeitachse wird zugunsten eines konstruktivistischen Montageprinzips aufgegeben, das in den Jahrzehnten hin- und herspringt. Ähnlich wie beim Ulysses verlangt das einige Konzentration, aber man wird reichlich belohnt.

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Schwarzweißes und Philosophisches in Erfurt

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Vielleicht liegt es am eigenen Alter, dass mich die hier gezeigten Fotografien so überzeugt haben. Vielleicht ist es aber auch mehr als das. Die Erfurter Kunsthalle hat es jedenfalls vollbracht, nicht nur eine herausragende Schau westdeutscher Fotografie von 1945 bis 2000 zu präsentieren, sondern sie hat damit auch einen Querschnitt modernen fotografischen Denkens gezeigt. Dass die digitale Fotografie dabei außen vor bleibt, trägt zum Niveau der Ausstellung bei. Die Konzentration liegt auf dem Analogen und Schwarzweißen als Höhepunkt der klassischen Fotografie.

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Bildmanipulation und künstliche Intelligenz

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Kürzlich ließen zwei Pressemeldungen aufhorchen, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Authentizität von Bildern befassten. Da gab es zum einen den Manipulationsverdacht hinsichtlich eines im Netz kursierenden Videos, dessen ursprüngliche Version anlässlich einer Pressekonferenz des amerikanischen Präsidenten entstand, und zum anderen wurde bei Christie´s ein Bild versteigert, das auf den ersten Blick Ergebnis künstlicher Intelligenz zu sein scheint.

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Das sich selbst genügende Bild

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Vor hundert Jahren formulierte Georg Simmel mit kantianisch anmutenden Überlegungen die Basis für ein konstruktivistisches Kunstverständnis. Die Fotografie blieb dabei jedoch außerhalb seines Betrachtungshorizonts. Ihre erschreckende Wahrheit, bei der das Bild aus dem Rahmen zu springen scheint, galt ihm als zu weit entfernt von jeder tieferen Erkenntnis. Die Ablehnung der Fotografie als Kunstform war letztlich eine unreflektierte Folge ihres technisch bedingten, pseudorealistischen Abbildungscharakters.

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Georg Simmel und der Realismus in der Kunst

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Die Frage, welche Beziehung ein Bild zur Realität aufweist, ist vielleicht so alt wie die Kunst. Platon hatte den Gedanken auf die Spitze getrieben, als er sogar die Realität selbst auf den Prüfstand stellte und den bildenden Künsten die Fähigkeit absprach, deren Wesen erkennen zu können. Über die Jahrhunderte nach Platon hat sich die Kunst dann jedoch weniger mit solchen grundsätzlichen Erkenntnisfragen befasst. Alltagspraktisch genügte es, das gemalte Bild als Ausdruck des Erlebten oder als Symbol von Hoffnungen und Ängsten zu betrachten.

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Die Weisheiten des Fuchses

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Anlässlich der jährlichen Verleihung des Kaiserrings darf sich die Stadt Goslar einer regelmäßigen medialen Aufmerksamkeit erfreuen. Alle bislang Ausgewählte haben in der zeitgenössischen Kunst Rang und Namen. Nachdem im vergangenen Jahr Isa Genzken den Preis erhalten hat, ist die Wahl der Goslarer Jury nun auf Wolfgang Tillmans gefallen, dessen Werkauswahl auf mehreren Etagen des kleinen Mönchehaus Museums gezeigt wird. Mit Matt Copson wurde darüber hinaus ein Stipendiat gekürt, dessen cartoonistisch anmutenden, dabei jedoch tiefgründige Videoarbeiten zwei weitere Räume füllen.

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"Niagara" von Alec Soth

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Inzwischen zählt Niagara zu den Klassikern zeitgenössischer Fotobücher und wurde gerade vom Verlag neu aufgelegt. Das British Journal of Photography nahm dies zum Anlass für den Abdruck eines Artikels aus dem Jahr 2006, als das Buch erstmals vorgestellt wurde. Ergänzt wird der Beitrag durch Fotografien aus Niagara. Alec Soth, Mitglied der Agentur Magnum, verbindet gekonnt Dokumentarisches und Erzählerisches zu einer Mischung, die nachhaltig in Erinnerung bleibt.

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