Zeitreise fünfter Teil

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Der letzte Blogbeitrag zum Stand der Sichtung des analogen Fotoarchivs stammte vom 15. März und zeigte einige digitale Neubearbeitungen von Negativen aus dem Jahr 1979. In den letzten Wochen standen dann andere Dinge im Vordergrund und die Beschäftigung mit der analogen Fotografie musste eine Pause einlegen. Aber nun geht es weiter mit einem Sprung in die Achtziger. Auch aus diesem Jahrzehnt gab es Negative zu entdecken, die, man darf sie inzwischen schon historisch nennen, Szenen aus dem alten West-Berlin zeigen. Heute soll es aber zunächst um anderes gehen.

Es wird deutlich, dass die analoge fotografische Welt noch eine andere war als die unserer digitalen Gegenwart. Von Photoshop und Co. war vor wenigen Jahrzehnten noch nicht die Rede. Digitale Konstrukte, wie sie heute geläufig sind, gab es nicht. Wer Wirklichkeiten erfinden wollte, musste zu Schere und Kleber greifen, um Collagen zu basteln, oder es wurden surrealistisch anmutende Arrangements aufgebaut und diese dann analog fotografiert. Darüber hinaus gab es die Palette der Dunkelkammerkreationen, wie sie seit den Zwanziger Jahren etwa von Moholy-Nagy oder Herbert Bayer bekannt waren. Doppelbelichtungen und Lichtskulpturen kamen hinzu.

Betrachtet man heute die Fotografien aus den Achtzigern, wird das Bewusstsein für die seitdem stattgefundenen Veränderungen der fotografischen Technik, aber auch der Anspruchshaltung des Betrachters, geschärft. Einige Fotografien aus dem eigenen Archiv belegen das recht deutlich. Es darf vermutet werden, dass solche Aufnahmen heute nicht mehr die gleiche Wirkung wie früher entfalten. Wir sind jetzt Raffinierteres gewohnt.

Kommende Zeitreise-Beiträge über die Achtziger werden dann wieder Dokumentarisches aus dem Alltag zeigen.

 

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