NEU: Essay "Der fotografische Augenblick"

von Ulrich Metzmacher

Entscheidende Augenblicke sind das Metier der Fotokamera. Im Gegensatz zum Film ist sie in der Lage, eine Szene so einzufrieren, dass der Höhepunkt genau getroffen ist. Die Filmkamera hingegen fängt nicht diesen einen Augenblick ein, sondern speichert die gesamte Sequenz. Das mag von Vorteil sein, wenn es um die Dokumentation des vollständigen Handlungsbogens geht, aber es ist eben auch ein Nachteil, wenn der entscheidende Moment in einer endlosen Flut von Bildern untergeht.

Im neuen fotosinn-Essay Der fotografische Augenblick werden die Dinge näher beleuchtet.

Seit dem Aufkommen schneller Kleinbildkameras in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geht es nicht mehr so sehr um das Bild mit der gestellten Idealpose, sondern um die Entdeckung der Wahrheiten, die im Vorbeigehenden, mitunter wie zufällig Erscheinenden liegen. Die neue Sichtweise führte zu einer Ästhetik, die für die künstlerische Fotografie und insbesondere die Straßenfotografie bis heute von Bedeutung ist.

Nun war nicht jedes Thema neu, die Art des Fotografierens ist seitdem aber eine andere. In den Jahrzehnten vor der Leica wäre kaum jemand auf den Gedanken gekommen, die Arbeit mit der Kamera als Jagd nach dem besonderen Augenblick zu verstehen. Einmal stand dafür die Technik nicht zur Verfügung, andererseits waren die Gedanken nicht darauf eingestellt, sich auf die Suche nach kurzen, entscheidenden Augenblicken zu begeben. Das Flüchtige wurde erst jetzt zum potentiellen Motiv. Eine Ausnahme bildete lediglich die Chronofotografie etwa eines Eadweard Muybridge. Aber das ist eine andere Geschichte. Wird in der Literatur der Begriff des Entscheidenden Augenblicks genannt, so nimmt man damit in der Regel Bezug auf Henri Cartier-Bresson.

Hier geht´s zum fotosinn-Essay Der fotografische Augenblick.

 

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