Muster und Bruch

von Ulrich Metzmacher

Ein beträchtlicher Teil des Lebens besteht aus Wiederholungen. Sie beginnen mit dem täglichen Aufstehen, setzen sich fort mit dem Gang unter die Dusche und dann vielleicht mit einem Frühstück. Würde man diese Sequenz über mehrere Tage dokumentieren, ergäbe sich ein ziemlich minutengleicher Ablauf. Dann folgt der weitere Alltag. Er heißt so, weil wir agieren wie am Tag davor und auch vor diesem. Das schafft Sicherheit. Wir wissen, was geschieht und auch künftig in ähnlicher Weise geschehen wird. Schließlich gibt es genügend andere Dinge, die uns täglich vor Herausforderungen stellen und auf die sich die Gedanken konzentrieren müssen.

Manche der Muster gehören hin und wieder auf den Prüfstand gestellt. In diesem Fall ist es das Konzept von fotosinn. Hier hat sich während der inzwischen fast drei Jahren des Bestehens eine gewisse Starrheit eingeschlichen. Man könnte auch von Wiederholungen sprechen. Vieles von dem, was den gedanklichen Grundansatz von fotosinn ausmacht, war Thema zahlreicher Beiträge. Die Zeit ist nun reif für einen Bruch mit dem Muster, um Raum zu schaffen für Neues.

Die letzten Blogbeiträge haben gezeigt, welche Bedeutung die Digitalisierung für den Alltag gewonnen hat. Die Herstellung einer bewussten Distanz zur Arbeit im Netz scheint deshalb von Zeit zu Zeit sinnvoll. Das betrifft nicht zuletzt den Blog, zumindest in seiner bisherigen Form. Die Pause von fotosinn wird deshalb auch von einem Ruhen der parallelen Aktivitäten auf den Social Media Kanälen begleitet sein. Hier ist jetzt erst einmal Funkstille angesagt.

Wann und wie es weitergeht, bleibt offen. Vielleicht mit neuen Themen oder auch in einem veränderten Format. Da in der nächsten Zeit neben anderen Dingen einige Fotoprojekte im Vordergrund stehen, könnten zu gegebener Zeit aber auch neue Fotografien auf fotosinn zu sehen sein, verbunden mit Texten ebenfalls neuer Art.

Die Essays und bisherigen Blogbeiträge können erst einmal weiter gelesen werden.

 

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