Der Wille des Objekts

von Ulrich Metzmacher

Das fotografische Fixieren einer zufälligen Kombination von Zeichen erzeugt ein Bild eigener Ordnung. Unzusammenhängendes geht Beziehungen ein. Texte, Symbole, Muster verbinden sich in der Fläche zu einer Realität eigener Art. Bei der Serie wird dieser Effekt noch verstärkt. Das Mauerwerk der Stadtbahn offenbart eine Pluralität von Welten und zeigt das Ungleichzeitige im Gleichzeitigen.

Das fotografische Bild ist dramatisch durch den Kampf zwischen dem Willen des Subjekts, eine Ordnung, eine Sicht, durchzusetzen, und dem Willen des Objekts, sich in seiner Diskontinuität und seiner Augenblicklichkeit durchzusetzen. Im besten Fall gewinnt das Objekt, und das Foto-Bild ist eines der fraktalen Welt, von der es weder eine Gleichung noch eine Summierung ist – nirgends (Jean Baudrillard: Denn die Illusion steht nicht im Widerspruch zur Realität; in: Stiegler, Bernd (Hrsg.): Texte zur Theorie der Fotografie; Reclam, Stuttgart 2010, S. 53f.).

Die Aufnahmen entstanden an der Berliner Stadtbahntrasse zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Alexanderplatz.

 

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