Der Kurfürstendamm im Dezember

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Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist umgeben von weihnachtsmarktlichen Buden. Glühwein, Knusperzeug und allerlei Kunsthandwerkliches gestalten ein jahreszeittypisches Freudebiotop. Wenn da nicht die Gebotshinweise und einige pandemiebedingte Einschränkungen wären.

Die angeordneten Masken sind noch eine eher harmlose Auflage, der Nachweis des Impfstatus macht jedoch Kontrollen am Eingang des Weihnachtsmarktes notwendig. Ob es wirklich die Zeit der Freude ist, wie die Plastikplane an der Betonwand der Kirche verspricht, ist eine Frage, die wahrscheinlich nicht überall Zustimmung findet. Im Übrigen ist das Areal am Breitscheidplatz aufgrund des Anschlags vor fünf Jahren schwer abgesichert. Erst muss der Checkpoint passiert sein, dann trifft man auf das übliche Kirmesvergnügen

Während die Botschaft der Kirche durch das Kreuz auf dem Glockenturm symbolisiert wird, strahlt vom gegenüberliegenden Europa-Center ein ganz anderes Zeichen.

Vor den Corona-Testzentren bilden sich Warteschlangen. Seitdem diese nach Unterbrechung erneut mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, sind alle Anbieter wieder da, die ihre Dienste zwischenzeitlich eingestellt hatten. Wo eine Nachfrage ist und sich Geld verdienen lässt, ist eben kein Mangel an Angeboten. Anders in den Läden des Einzelhandels. Da kann der Weihnachtsmann noch so sehr zum Hineinkommen auffordern, zahlreiche Geschäfte am Kurfürstendamm mussten aufgeben und stehen leer.

Das Jahr 2021 ist in wenigen Tagen vorüber und die Buden des Weihnachtsmarktes werden geschlossen. Den Schlusspunkt bildet das Silvesterfest. Wer in der richtigen Stimmung ist, findet sicherlich noch etwas Passendes zum Anziehen.

Vorangegangene Blogbeiträge zeigen Fotografien aus dem Januar, Februar, März, April, Mai,Juni, Juli, August, September, Oktober und November. Die Beobachtung des Geschehens am Kurfürstendamm ist mit dem Dezember-Beitrag abgeschlossen.

Im Pandemiejahr 2021 sind Brüche und Widersprüche des gewohnten Konsumdaseins deutlich geworden. Dinge haben sich geändert, vielleicht sogar nachdrücklicher, als viele anfangs dachten. Konnte man zu Beginn des Jahres noch hoffen, dass zu Ostern das Heftigste überstanden sein würde, hat sich diese Erwartung gründlich zerschlagen. Nun warten wir darauf, dass im neuen Jahr etwas geschieht.

 

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